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Ich pfeif auf den Paß

am 12.04.2007 von http://www.juragebirge.de

Über die Nachrichten auf Radio 1 bin ich auf einen Artikel in der taz aufmerksam geworden, wonach zukünftig die auf einem Chip im Paß gespeicherten Daten von der Polizei in einem “automatisierten Verfahren” abrufbar sein sollen.
Die Paßbilder werden heute schon bei den Paßbehörden gespeichert und nicht nur auf dem Chip im Paß, wie Ex-Innenminister Schily einst versicherte. Ab November kommen nun noch die Abdrücke beider Zeigefinger hinzu. Zur Zeit steht in dem der taz vorliegenden Gesetzentwurf der Bundesregierung wohl noch geschrieben, daß die Paßbehörde die Fingerabdrücke spätestens nach Aushändigung des Passes zu löschen hat, CDU/CSU wollen diese Einschränkung der Ermittlungsmöglichkeiten aber nur zu gerne wieder streichen.
Schäuble im Handelsblatt: “Nur damit nicht vernetzt werden kann, können wir die Daten doch nicht vernichten”
Da ich, wie wohl jeder deutsche Durchschnittsbürger, gegenwärtig eine ganze Reihe von Anschlägen und sonstigen Verbrechen plane, stecke ich nun gewaltig in der Zwickmühle: Ich besitze derzeit keinen gültigen Paß. Lasse ich mir nun noch schnell einen anfertigen, der nur mein Bild enthält, oder verzichte ich bis auf Weiteres ganz darauf? Da meine Lebensgefährtin und unser Hund nicht gern fliegen, liegen meine Reiseziele vorrangig in Europa. Da komme ich auch mit dem schlichten Ausweis schon recht weit.
Die Frage ist nur, wie lange man so der Vernetzung entgehen kann. Ich wage mal die Prognose, daß in ein paar Jahren, wenn ich einen neuen Ausweis brauche, auch auf diesem alle denkbaren biometrischen Daten gespeichert sein werden und möglicherweise per Bluetooth oder RFID für jeden vorbeigehenden “Staatsschützer” auslesbar sind.

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