Hysterischer Anfall vor Gericht kostet 150 Euro
am 24.06.2008 von schreibmaschineIhr Nervenkostüm nicht im Griff hat offenbar eine 44-jährige Würzburgerin: Erst wurde sie in einem Geschäft in der Semmelstraße ausfällig, dann schrie sie im Strafprozess vor dem Amtsgericht so laut herum, dass der Richter ihr ein Ordnungsgeld aufbrummte. Wegen Beleidigung einer Verkäuferin wurde sie am Mittwoch zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt. Am Ende platzte dem Richter endgültig der Kragen: „Halten sie den Mund!“, herrschte er die Angeklagte an. Auf ihre Verurteilung zu 40 Tagessätzen von 20 Euro Geldstrafe hatte die Frau hysterisch reagiert und den Vorsitzenden während der Urteilsbegründung trotz mehrfacher Warnung angeschrien: „So eine Gemeinheit! Die Ungerechtigkeit am Gericht kotzt mich an!“ 150 Euro, ersatzweise fünf Tage Ordnungshaft, sprach der Richter daraufhin zusätzlich zur Geldstrafe aus. „Jetzt nehme ich mir einen Anwalt!“, antwortete die Frau lautstark. Das hätte sie besser schon vor der Verhandlung getan, dann wäre die Eskalation wahrscheinlich vermieden worden. Vor Gericht verantworten musste sie sich, weil sie die Verkäuferin eines Bekleidungsgeschäftes in der Semmelstraße unter anderem als „asozial“ und „blöde Kuh“ bezeichnet hatte. Es ging um den Umtausch mehrerer Kleidungsstücke, den die 19-Jährige ihr nicht schnell genug durchführte. „Sie war unverschämt, hat mir das Geld hingeknallt und mich am Arm gepackt. So kann man einen Kunden nicht behandeln“, versuchte sich die Angeklagte zu rechtfertigen. Eine unbeteiligte Augenzeugin hat das Geschehen anders in Erinnerung: „Die Kundin war sehr unhöflich, aber die Kassiererin hatte eine Engelsgeduld“, sagte die 67-Jährige.Weil sich die Verkäuferin nicht ungestraft als „asoziales Pack“ und „verrückt“ bezeichnen lassen wollte, erstattete sie …
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