Hildebrand zu 1899 Hoffenheim
SPORTRECHT | 10. Dezember 2008 — Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim hat auf seiner offziellen Homepage bekanntgegeben, daß Torhüter Timo Hildebrand nach Deutsch…
Neben dem Hauptfokus meiner anwaltlichen Tätigkeit im Bereich des Handels- und Gesellschaftsrechts befasse ich mich doch immer wieder gerne mit meiner ganz besonderen Passion, nämlich dem Sportrecht. Kaum ein Gericht hat wohl eine vergleichbare Anzahl an kuriosen Fällen zu bieten, wie der Internationale Sportgerichtshof (CAS). Unlängst war der CAS mit einer ganz besonderen Auswirkung auf den europäischen Fußball beschäftigt, die sich aus den Planspielen von Finanzinvestoren und Mäzenen ergab.
Vereinsbezeichnungen orientiert an reinen Marketinggesichtspunkten sind auch der jüngsten Bundesligageschichte nicht mehr unbekannt. Nachdem die Verantwortlichen des Bundesligaclubs aus Hoffenheim im Jahre 2006 eine Fusion zum „FC Heidelberg 06“ nicht bis zum erfolgreichen Closing einer derartigen Transaktion vorantreiben konnten, blieb man dort dennoch bei der Einschätzung, dass ein Bundesligaverein nicht schlicht unter dem Namen TSG Hoffenheim „firmieren“ sollte. Im Jahre 2007 wechselte man – entgegen heftiger Fan-Proteste – sodann zur besseren Vermarktung zu „1899“.
Nun nach Rumänien:
Bereits im Jahr 2006 hatte der Sportgerichtshof darüber zu entscheiden, welches von zwei rumänischen Teams nun den Namen und die Vereinsfarben des rumänischen Traditionsvereins Politehnica Timisoara führen dürfe.
Im Jahre 2000 hatte ein italienischer Investor den „originalen“ Traditionsverein Politehnica Timisoara erworben und den Verein sodann in eine andere Stadt „umgesiedelt“. Das Vorgehen des Investors bewegte den heutigen FC Timisoara im Gegenzug dazu, einen neuen Verein in Timisoara mit dem gleichen Namen und gleichen Vereinsfarben zu gründen(!).
Gegenüber dem heutigen FC Timisoara erging durch den CAS die Entscheidung, dass der Vereinsname, die Vereinsfarben sowie das Vereinslogo zu ändern und gegenüber dem „wahren“ FCU Politechnia Timisoara finanzielle Entschädigungen zu entrichten seien.
Der Verein änderte in der Folge seinen Namen fristgemäß, behielt jedoch die bei den Fans beliebten violetten Trikots des Vereins bei.
» Vollständiger ArtikelErschienen 19. Juni 2009 auf http://www.law-observer.de.
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