Höhere Beiträge für fast drei Millionen AOK-Versicherte
am 29.09.2008 von http://www.reuters.com
Stuttgart (Reuters) - Drei Monate vor dem Start des Gesundheitsfonds kommen auf 2,7 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung höhere Beiträge zu.
Die AOK Baden-Württemberg teilte am Montag in Stuttgart mit, sie wolle ihren Beitragssatz zum 1. Oktober um 0,6 Prozentpunkte auf 15,1 Prozent erhöhen. Dabei handelt es sich um den gemeinsam von Beschäftigten und Arbeitgebern finanzierten Beitragssatz. Arbeitnehmer zahlen wie bei anderen Kassen zusätzlich 0,9 Prozentpunkte aus eigener Tasche.
Noch vergangenen Monat hatte der AOK-Bundesverband verkündet, bei den 16 Mitgliedskassen stünden bis zur Einführung des Fonds zum 1. Januar keine weiteren Beitragsanhebungen an. Zur Begründung hatte er ein überraschendes Finanzplus von zehn Millionen Euro zum Halbjahr angeführt. Die Ankündigung der AOK Baden-Württemberg kam auch für den Spitzenverband überraschend. Es handele sich aber um die einzige Ortskrankenkasse, die ihre Sätze nochmal heraufsetze, sagte eine Sprecherin.
Die baden-württembergische AOK begründete den höheren Beitrag mit gestiegenen Arznei- und Klinikkosten. Mit der Erhöhung des Satzes solle sichergestellt werden, dass die Restschulden bis zum Jahresende abgebaut seien, sagte Kassenchef Rolf Hoberg zu Reuters. Wir wollen auf jeden Fall auf der sicheren Seite sein. Ziel sei es, im nächsten Jahr ohne eine Zusatzprämie für die Versicherten auszukommen.
Ab Januar gilt für die mehr als 200 Kassen bundesweit ein einheitlicher Satz, den die Regierung im Oktober festsetzen muss. Kommen Kassen mit dem zugewiesenen Geld aus dem Finanzpool nicht aus, müssen sie eine Zusatzprämie erheben. Dies wollen sie aus Wettbewerbsgründen vermeiden und versuchen daher, sich eine gute Ausgangsbasis für den Fonds zu schaffen.
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