Hochschwangerer in den Bauch getreten - Versuchter Mord und Schwangerschaftsabbruch?
am 30.01.2006 von strafblog
SPIEGEL-online berichtet heute vom Prozessauftakt vor dem Lübecker Landgericht im Verfahren gegen einen 18-jährigen Mazedonier, der vor 5 Monaten seine hochschwangere Freundin mit Tritten in den Bauch beinahe getöt hätte. Das ungeborene Kind hat sie bei dem Vorfall verloren. Um von seiner Freundin nicht erkannt zu werden, hatte der junge Mann sich bei der Tat maskiert. Später hatte er seine Freundin im Krankenhaus besucht. Die Anklage lautet auf versuchter Mord, schwere Körperverletzung und Schwangerschaftsabbruch.
Zum Tatmotiv gab der Angeklagte an, er sei zu jung gewesen, um Vater zu werden, und dazu auch arbeitslos. Hauptgrund für den brutalen Übergriff sei aber die Angst vor dem Vater gewesen, der als Muslim die Beziehung zu einer Christin niemals geduldet hätte. Er habe befürchtet, von seinem Vater verstoßen zu werden. Dass diese Befürchtung nicht ungerechtfertigt war, hat der Vater heute als Zeuge vor Gericht bestätigt.
Der Prozess wird fortgesetzt.
Autor: RA Rainer Pohlen
SPIEGEL-Artikel
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