Alle Blogs » Hinweispflichten des Arbeitgebers beim Abschluss eines aussergerichtlichen Aufhebungsvertrages

Hinweispflichten des Arbeitgebers beim Abschluss eines aussergerichtlichen Aufhebungsvertrages

am 03.03.2008 von SCHINDLER BOLTZE Rechtsanwälte

Zur einvernehmlichen Beendigung von Arbeitsverhältnissen werden oft aussergerichtliche Aufhebungsverträge abgeschlossen. In diesem Zusammenhang ist den vertrgschliessenden Parteien häufig nicht bekannt, in welchem Umfang den Arbeitgeber beim Abschluss eines aussergerichtlichen Aufhebungsvertrages Hinweispflichten treffen.
Interessant wird diese Frage in aller Regel dann, wenn Arbeitnehmer nach Abschluss eines aussergerichtlichen Aufhebungsvertrages feststellen, dass sich für sie unerwartete Nachteile einstellen, für die sie dann den früheren Arbeitgeber haftbar machen wollen. Das Interesse des Arbeitnehmers kann auch dahin gehen, den abgeschlossenen Aufhebungsvertrag nachträglich durch Vertragsanfechtung zu Fall zu bringen.
Die arbeitsvertraglichen Nebenpflichten des Arbeitgebers beschränken sich beim Abschluss eines Aufhebungsvertrages nicht nur darauf, den Arbeitnehmern keine falschen Auskünfte zu erteilen. Dass der Arbeitgeber keine bewusst falschen Auskünfte erteilen darf ist selbstverständlich.
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes können den Arbeitgeber im Rahmen einer einvernehmlichen Auflösung eines Arbeitsverhältnisses durch Aufhebungsvertrag separate Hinweis- und Aufklärungspflichten treffen, deren Voraussetzungen und Umfang sich aus dem allgemeinen Rechtsgrundsatz von Treu und Glauben ergeben. Wegen dieser relativ allgemeinen Rechtsgrundlage sind Umfang und Inhalt dieser Hinweis- und Aufklärungspflichten praktisch nur anhand der Rechtsprechung zu diesen Fragen zu erschliessen.
Gesteigerte Hinweispflichten des Arbeitgebers bestehen vor allem dann, wenn der Aufhebungsvertrag auf seine Initiative hin und in seinem Interesse zustande kommt.
Aber auch wenn der Wunsch zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages vom Arbeitnehmer ausgeht, darf der Arbeitgeber diesen nicht sehenden Auges Rechtsnachteilen aussetzen: So besteht etwa im Hinblick auf die durch Eintreten einer Sperrfrist im Arbeitsförderungsrecht (§ 144 SGB III) entstehenden Einbussen eine Unterrichtungspflicht des Arbeitgebers jedenfalls insofern, als er auf solche evtl. eintretenden Risiken und auf die Möglichkeit, nähere Informationen beim …

Anfechtung eines Aufhebungsvertrages wegen Drohung

Kanzlei Garben, Schlüter, Schützler & Reiss / Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 28.11.2007, 6 AZR 1108/06 erneut über die Sittenwidrigkeit eines Aufhebungsvertrages entschieden, zu dem der Arbeitgeber den Arbeitnehmer durch Drohung mit einer fristlosen Kündigung gedrängt hatte.…

BAG: Kündigung schwerbehinderter Arbeitnehmer

Rechtblog / Nach § 85 SGB IX bedarf die Kündigung des Arbeitverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen durch den Arbeitgeber der vorherigen Zustimmung des Integrationsamts. Dies gilt nach § 90 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX nicht, wenn das Arbeitsverhä…

Bundessozialgericht: Abfindung schützt vor Sperrzeit - BSG vom 12.07.2006 - B 11a AL 47/05

JuracityBlog / Ein klein bisschen rudert das Bundessozialgericht schon zurück mit seiner aktuellen Entscheidung zur Sperrzeit bei einem Aufhebungsvertrag. Zwar “löst” der Arbeitslose sein Arbeitsverhältnis mit der Unterschrift unter einen…

Keine Sperrfrist mehr bei Aufhebungsverträgen

kielanwalt.de / Der einvernehmlichen Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch einen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschlossenen Aufhebungsvertrag stand bislang in der Praxis regelmäßig die seitens der Bundesagentur für Arbeit (BA) v…

Überraschung: Betriebsübergang - Kündigungssschutz weg

andreas-buschmann.net / Was passiert bei einem Betriebsübergang mit dem Kündigungsschutz, wenn der bisherige Arbeitgeber einen Betrieb oder Betriebsteil auf einen Erwerber überträgt und der neue Betriebsinhaber nur einen Kleinbetrieb hat? Entfällt d…

Lohn ohne Arbeit - Der Annahmeverzug des Arbeitgebers

SCHINDLER BOLTZE Rechtsanwälte / Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) besteht die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Vergütungszahlung u.U. auch dann, wenn der Arbeitnehmer überhaupt nicht tätig geworden ist.  So z. B. im Falle des Annahmeverzuges. Annahmeverz…

Pauschale Kürzung der Überhangprovision unwirksam

andreas-buschmann.net / Was passiert mit der Provison, wenn der Arbeitnehmer aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet und das Geschäft, für das dem Arbeitnehmer die Provision zusteht, noch nicht vollständig ausgeführt ist? Steht dem Arbeitnehmer die Pr…

Aufhebungsvertrag sollte nicht gefaxt werden

Rechtblog / Ein vom Arbeitnehmer auf dem Original unterzeichneter, aber lediglich per Fax zurückgesandter Aufhebungsvertrag entspricht laut Landesarbeitsgericht Düsseldorf nicht den gesetzlichen Vorgaben. Nach § 623 BGB bedarf die Beendigung von Arbe…

» Suche in den JuraBlogs

Der Autor und sein Blog

SCHINDLER BOLTZE RAe

Aktuelle Nachrichten der Kanzlei SCHINDLER BOLTZE Rechtsanwälte aus den Bereichen Wirtschaft, Sprache und Technik. Sie finden Informationen zum gewerblichen Rechtsschutz, Polnischen Recht, Wirtschaftsrecht und IT-Recht.

» SCHINDLER BOLTZE Rechtsanwälte

» Aktuell in den Lawblogs

» Top-Meldungen

» TOP-Meldungen per E-Mail

Infos zum kostenlosen Service »