Hinterhergerenne und falschen aus der Haft entlassen

Mein Mandant wurde aufgrund eines EU-Haftbefehls in Bulgarien festgenommen. Von dort kam er in die JVA Frankfurt. Das habe ich nicht etwa durch Staatsanwaltschaft oder Gericht erfahren, sondern über Bekannte meines Mandanten. Telefonisch, als ich fragen wollte, wann mein Mandant auf Transport geht, teilte mir die JVA Frankfurt I mit, dass mein Mandant in die JVA Frankfurt IV verlegt worden sei. Dort wiederum erhielt ich die Auskunft, dass mein Mandant eine Ersatzfreiheitsstrafe bis Mitte April abzusitzen habe. Die Lebensgefährtin meines Mandanten wollte aber gerne, dass dieser in Nordeutschland die U-Haft verbringt, weil sie ihn dann besuchen könnte. Vor diesem Hintergrund habe ich meine Mitarbeiterin bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt anrufen lassen, um Bankverbindung und Kassenzeichen zu erfragen, damit die Ersatzfreiheitsstrafe erledigt werden kann. Nachdem ich diese Daten hatte, habe ich sie weitergeleitet und rund 2000 € wurden überwiesen an die Gerichtskasse in Frankfurt. Drei Tage später rief ich bei der JVA Frankfurt IV an, um zu erfragen, ob mein Mandant bereits auf Transport sei. Ich erhielt die Auskunft, dass ein Mensch mit dem selben Nachnamen meines Mandanten einen Tag zuvor entlassen worden war. Weil ich nicht zu hoffen wagte, dass es sich um meinen Mandanten handelte, haben wir Vornamen und Geburtsdatum verglichen. Um es kurz zu machen, die…

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Erschienen 6. März 2011 auf http://strafverteidigerbericht.beeplog.de.

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