Hilfs-Strafkammer verhandelt Anstiftung zum Mord

Nach der Großen Jugendkammer im vergangenen Jahr muss sich ab kommendem Dienstag eine weitere Strafkammer des Würzburger Landgerichts mit einem mittlerweile über 12 Jahre alten Mord befassen. Ende 1994 hatten drei Russland-Deutsche einen 28-jährigen Moldawier in Würzburg mit einem Schießkugelschreiber erschossen, seine Leiche mit einer Metallplatte beschwert und im Main versenkt (wir berichteten). Jetzt muss sich die mittlerweile 34 Jahre alte Witwe des Getöteten wegen Anstiftung zu dem Mord verantworten. Ihr droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Anfang März 2006 hat sich die 34-Jährige auf nicht alltägliche Weise selbst in die Hände der Ermittlungsbehörden begeben. Im Prozess gegen die heute 29, 30 und 31 Jahre alten Haupttäter war sie als Zeugin geladen. Obwohl sie schon damals der Anstiftung zum Mord verdächtigt wurde, reiste sie nach Zusicherung von so genanntem „freien Geleit“ aus ihrem Heimatland Moldawien an. Vor Gericht verzichtete sie auf ihr Recht, die Aussage zu verweigern. Weil Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager davon ausging, dass die 34-Jährige im Zeugenstand falsche Angaben gemacht hatte, ließ er sie sofort nach ihrer Aussage verhaften, seither sitzt die 34-Jährige in Würzburg wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage in Untersuchungshaft. Der Vorsitzende Richter hatte die Frau zuvor mehrmals darauf hingewiesen, dass sie trotz freien Geleits verhaftet werden kann, wenn sie in Deutschland neue Straftaten begeht.

Mittlerweile hat die Angeklagte auf alle Rechte aus dem „freien Geleit“ verzichtet und so den Prozess erst möglich gemacht. Bisher streitet sie allerdings ab, im Herbst 1994 ihren damals 17 Jahre alten Cousin und zwei seiner Freunde dazu angestiftet zu haben, ihren Ehemann zu töten. Damals war sie 22 Jahre als und mit ihrem Ehemann zu Besuch bei einer Tante in Ochsenfurt (Kreis Würzburg). Bei dieser Gelegenheit begann sie nicht nur eine sexuelle Beziehung mit einem der jungen Männer, sondern berichtete ihm auch über die gewalttätigen Übergriffe ihres brutalen Ehemannes. Für die Beseitigung des ehemaligen Bürgerkriegskämpfers soll sie einem der drei Täter 3.000 US-Dollar als Bezahlung angeboten haben.

Schließlich besor…

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Erschienen 31. Mai 2007 auf http://www.woetzel-online.info/.

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