Herrn Diekmanns Pressefreiheit ist nicht meine Pressefreiheit

Ich wollte ja eigentlich nichts zu dieser Wulff-Nummer schreiben. Dass der Mann vom Format seiner Persönlichkeit her, sagen wir mal mit Rücksicht auf die Würde des Amtes, eher im mittleren Konfektionsgrößenbereich angesiedelt ist, wussten wir doch schon lange. Nichts, was seither passiert ist, hat diesen Stand der Erkenntnis auch nur im Geringsten verändert.

Aber jetzt muss ich feststellen, dass hier gerade der Eindruck entsteht, als bedürfte das Grundrecht der Pressefreiheit, das mir sowohl als Staatsbürger als auch als Journalist sehr am Herzen liegt, der Verteidigung durch den öligen Herrn Diekmann von der Bildzeitung.

Und dagegen möchte ich mich doch bitteschön mit Nachdruck verwahren.

Die Bildzeitung ist bekannt dafür, dass sie mit Leuten Deals abschließt: Sie hilft ihnen beim Mächtig- und Berühmtwerden, und dafür müssen sie dann schön gehorchen, wenn die Bildzeitung was will von ihnen. Man kennt solche Deals aus der Weltliteratur.

Natürlich impliziert dieser Deal, dass dann auch Dinge nicht geschrieben oder geschönt geschrieben werden. Das soll mir alles sehr recht sein im Prinzip. Ich halte es für keinen großen Verlust für die Demokratie, dass die Bildzeitung seinerzeit beispielsweise darauf verzichtet hat, anlässlich Wulffs Scheidung einen riesen Shitstorm zu veranstalten. Von den umlaufenden Gerüchten zu Frau Wulff ganz zu schweigen.

Aber was nicht geht, ist, dass die Bildzeitung sich jetzt als unerschrockener Kämpfer für Transparenz und Öffentlichkeit in die Brust wirft, der sich nicht scheut, den Mächtigen zu missfallen, selbst wenn die nachher, the horror, the horror, ein…

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Themen: Horror , Journalist , Constitutional Policy

Erschienen 5. Januar 2012 auf http://verfassungsblog.de.

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