Haste mal’n Euro?

Diese Frage haben wir alle schon einmal gehört, in der Stadt, in der S-Bahn wo auch immer. Gestern hörte ich den Satz leicht abgewandelt: “Hätten Sie vielleicht 50 EUR für mich? Mir ist meine Geldbörse gestohlen worden und ich komme nicht nach Hause, weil ich kein Geld für eine Fahrkarte habe. Sie bekommen das Geld ganz bestimmt wieder.”

Mit diesen Worten wandten sich im Abstand von nur fünf Minuten gleich zwei junge Männer am Bahnhof in Frankfurt am Main an die auf den ICE nach Hamburg wartenden Reisenden. Zu meinem allergrößten Erstaunen ließ sich der hinter mir stehende Geschäftsmann tatsächlich darauf ein. Schnell war ein handschriftlicher Zettel fertig, in dem stand, dass Herr X Herrn Y am heutigen Tage 50,00 EUR geliehen habe.

Herr X meinte dann, er wolle denn doch einen Pfand von Herrn Y für das Geld haben, denn das sei ja nicht eben wenig Geld. Gar kein Problem, so Herr Y, er habe da noch ein zweites Handy bei sich, dass er Herrn X gern übergeben würde. So könne Herr X denn auch wieder an sein Geld gelangen, er schicke einfach das Handy per Nachnahme an Herrn Y. Dieser bekäme das Handy von der Post nur dann ausgehändigt, wenn er den in der Nachnahme geforderten Betrag zahlen würde. Dieser wiederum werde dann sofort an Herrn X weitergeleitet.

Müßig darauf hinzuweisen, dass das Handy, welches Herr Y aus der Tasche holte diese 50 EUR keines Falls wert war.

So sehr ich an das Gute im Menschen glaube, aber ich befürchte, Herr X wird sein Geld nicht wieder sehen. Der Trick mit der gestohlenen oder verlorenen Geldbörse ist alt, aber offensichtlich immer noch erfolgreich. Besonders dreist fand ich dann die Frage: “Haben Sie vielleicht noch fünf Euro mehr, damit ich mir auch was zu essen kaufen…

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Themen: Frankfurt , Betrug , Hamburg , Haste , Geld Leihen , 50 Eur , Nachnahme

Erschienen 23. November 2011 auf http://www.breuning-winkler.de.

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