Haste Haschisch inne Tasche, haste immer was zu nasche
am 20.04.2006 von http://www.strafblog.de
Die holländischen „Drogenbauern“ dehnen ihren Einflussbereich und ihre Anbauflächen nach Erkenntnissen der RHEINISCHEN POST immer mehr bis an den Niederrhein und damit nach Deutschland aus. Bereits im Jahr 2004 war in Mönchengladbach nach einem Brand eine Plantage in einer Gewerbehalle mit 6.900 Cannabispflanzen entdeckt worden, im letzten Jahr folgte dann ebenfalls nach Bränden die Entdeckung von 2 Plantagen im Raum Kaldenkirchen mit 8.500 Pflanzen. Im Februar 2006 war´s dann eine Plantage bei Kempen-St. Hubert mit 3.000 Pflanzen. Kurz vor Ostern, also vor wenigen Tagen, fand die Polizei zeitgleich Drogen-Plantagen mit 6.000 Pflanzen in Wachtendonk (Kreis Kleve), 4.200 Pflanzen in Sonsbeck (Kreis Wesel) und 3.200 Pflanzen in Pulheim (Rhein-Erft-Kreis). Ein Deutscher (40) und zwei 25-jährige Polen wurden verhaftet, drei Niederländer sind auf der Flucht. Die Betriebe sind nach den Erkenntnissen der Polizei hoch technisiert und wie Wirtschaftsunternehmen organisiert. Wer Einzelheiten wissen will, kann dies mit einem Klick auf den roten Link in diesem Text bei der RHEINISCHEN POST nachlesen.
Anmerkung: Der Anbau, der Besitz, das Handeltreiben und die Einfuhr von Cannabis sind nach wie vor in Deutschland strafbar. Kritisch wird´s, wenn eine sogenannte nicht geringe Menge im Spiel ist. Dann liegen die Mindeststrafen bei Anbau, Besitz und Handeltreiben bei einem Jahr Freiehitsstrafe, bei Einfuhr bei 2 Jahren und bei bandenmäßiger Begehungsweise bereits bei 5 Jahren, wenn Erwachsenenrecht zur Anwendung kommt und keine Strafmilderungsgründe vorliegen. Eine nicht geringe Menge liegt bei Cannabisprodukten vor, wenn der Grenzwert von 7,5 Gramm THC (Tetrahydrocannabinol) erreicht oder überschritten wird. „Gutes“ Haschisch oder Marihuana hat heute Wirkstoffgehalte zwischen 8 und 15 %, bei sehr guter Ware können auch 20 % und mehr erreicht werden. Mit anderen Worten: Schon eine Menge von weniger als 50 Gramm Haschisch oder Marihuana kann ausreichen, die oben genannten Mindeststrafen auszulösen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, Handel mit Drogen zu treiben oder sich mit größeren Mengen zum Eigenkonsum zu bevorraten, sollte sich des Risikos bewusst sein, sonst ist der Katzenjammer nachher groß.
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER
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