Filesharing Partys werden zum Trend
Dr. Behrmann & Härtel | 26. August 2008 — Die Musik- und Unterhaltungsindustrie wird sich im Kampf gegen die zunehmende Piraterie auf eine zusätzliche Herausforderung ei…
Wie die Süddeutsche Zeitung und viele andere, große Zeitungen berichten, gibt einen neuen Trend, vermeintlich aus den USA, in Sachen Filesharing von Musikstücken. Wo man sich früher zu sogenannten LAN Parties getroffen hat, um gegeneinander das ein oder andere Computerspiel zu spielen, finden heute derartige Parties nur noch zum Datenaustausch von Musik statt. Und diesen gab man nun den tollen Namen ‘Hard Drive Partys’, aus dem einfachen Grund, dass dazu nur eine externe Festplatte nötig ist. Mit dieser ausgestattet trifft man sich dann in privaten Räumlichkeiten, um den Inhalt der Speichermedien untereinander schnell zu tauschen. Viel schneller, als dies beispielsweise über eine Tauschbörse möglich wäre.
Dieses Schreckgespenst der Musikindustrie ist ein Phänomen, welches sich mit einem ganz einfachen Grund erklären lässt: Das “Offline Filesharing” lässt sich viel schlechter als das “klassische” Filesharing nachvollziehen, denn wer nicht mit dem Internet verbunden ist, hinterlässt auch keine Spuren. Ein anderer Grund wird häufig darin gesehen, dass sich legale Tauschbörsen noch nicht endgültig in Deutschland etabliert haben. So sollen zwar 2007 erstmals mehr legale als illegale Musikstücke heruntergeladen worden sein (Ich zweifel echt stark an dieser These!), die illegalen Downloads sollen aber die legalen insgesamt noch weit über das zwanzigfache übersteigen. Interessant ist die Fragestellung von der SZ, ob eine legale Datenflatrate - bei der die Künstler nach Anzahl der Downloads bezahlt werden würden - die Problematik wenigstens eindämmen könnte.
Für Daniel Knöll, Sprecher des Bundesverbands Musikindustrie http://www.musikindustrie.de ist das Ganze ein bekanntes Problem. Auf WLAN-Partys würden Nutzer bereits seit Jahren unter anderem auch verschiedenste Dateien untereinander tauschen. Laut Knöll besitze das Ganze nun nur noch einen Namen.
Natürlich sind diese “Hard Drive Partys” kein neues Phänomen, daher befindet sich der Begriff “neuer” im Titel auch in Anführungszeichen. Dennoch würde es mich interessieren, ob dieser vermeintliche Trend aus den USA tatsächlich dazu geführt hat, dass es mehr derartige Datenparties gibt, auf denen es zum illegalen Datenhandel kommt. Der Trend zu größeren und immer billiger werdenden externen Festplatten ist sicherlich dafür nicht förderlich…
Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.Erschienen 26. August 2008 auf http://it-recht-blog.de.
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