Hanseatisches OLG: "Surfen ohne Zeitlimit" - Enthält eine Werbung mehrere Äußerungen, so ist eine isolierte Betrachtung einer
einzelnen Angabe nur dann zulässig und geboten, wenn sie vom Verkehr ohne Zusammenhang mit den übrigen wahrgenommen
1. Enthält eine Werbung mehrere Äußerungen, so ist eine isolierte Betrachtung einer einzelnen Angabe nur dann zulässig und geboten,
wenn sie vom Verkehr ohne Zusammenhang mit den übrigen wahrgenommen und verwendet wird (BGH GRUR 2005 438, 440 Epson-Tinte). Das
kann auch der Fall sein, wenn sich einzelne Angaben in einer einheitlichen Werbeschrift (z.B. einem Werbekatalog) befinden, aber
weder sachlich noch äußerlich erkennbar miteinander verbunden sind (BGH GRUR 2005, 438, 440 Epson-Tinte; BGH GRUR 2004, 162, 163
Mindestverzinsung; BGH GRUR 2003, 800, 803 - Schachcomputerkatalog). Stehen einzelne Angaben hingegen in einer in sich geschlossenen
Darstellung, so dürfen sie nicht aus ihrem Zusammenhang gerissen werden (BGH WRP 2005, 886, 887 Internet-Versandhandel; BGH GRUR
2005, 438, 441 Epson-Tinte; BGH GRUR 1996, 367, 368 Umweltfreundliches Bauen; BGH GRUR 1968, 382, 385 Favorit II). Ihre
Beurteilung erfordert vielmehr eine Gesamtbetrachtung (BGH GRUR 2003, 800, 803 Schachcomputerkatalog). Ob mehrere Angaben innerhalb
einer Werbeschrift oder einer sonstigen (äußerlich einheitlichen) Werbedarstellung selbst bei einer gewissen räumlichen Trennung
(z.B. Abdruck auf verschiedenen Seiten eines umfangreichen Katalogs) gleichwohl, beispielsweise wegen eines inhaltlichen Bezugs oder
wegen eines ausdrücklichen Verweises, als zusammengehörig aufgefasst werden oder nicht, richtet sich nach den Umständen des
jeweiligen Einzelfalls (BGH WRP 2005, 886, 887 Internet-Versandhandel; BGH GRUR 2005, 438, 441 Epson-Tinte). <br><br>
2. Dies gilt auch dann, wenn eine einzelne Angabe optisch herausgestellt und farblich hervorgehoben ist (hier: ein Kästchen mit einer
beispielhaften Preisberechnung). Denn dieser Umstand allein hebt eine Werbeaussage noch nicht in wettbewerbsrechtlich maßgeblicher
Weise von den übrigen Elementen einer - mehrere Aussagen enthaltenden Werbeanzeige - und dem einheitlichen Äußerungszusammenhang ab.
Dies gilt umso mehr, als andere Elemente der betreffenden Werbeanzeige, in ähnlicher Weise hervorgehoben sind. Denn dann ist die, für
eine Blickfangwerbung charakteristische Situation, in der bestimmte (positive) Werbeangaben deutlich von dem übrigen
(einschränkenden) Rest einer Werbeanzeige abgehoben werden und damit geeignet und bestimmt sind, die besondere Aufmerksamkeit des
Lesers auf sich zu fokussieren, nicht gegeben. <br><br> 3. Enthält eine Werbeanzeige eine "Beispielrechnung", die
erkennbar eine Nutzungssituation voraussetzt, die sich ergibt, wenn der Kunde sich im Rahmen der Leistungsmerkmale und
Nutzungsbeschränkungen des k…
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