Handels- und Gesellschaftsrecht: Eckpunkte der Reform des Bilanzrechts

Die Unternehmen in Deutschland brauchen nach Ansicht des BMJ eine moderne Bilanzierungsgrundlage. Der Entwurf eines Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) soll dafür sorgen, dass das bewährte, kostengünstige und einfache HGB-Bilanzrecht auf Dauer beibehalten und für den Wettbewerb mit den internationalen Rechnungslegungsstandards gestärkt wird.

Zudem sind

die Richtlinie 2006/43/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 über Abschlussprüfungen von Jahresabschlüssen und konsolidierten Abschlüssen, zur Änderung der Richtlinien 78/660/EWG und 83/349/EWG des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 84/253/EWG des Rates, ABl. EG Nr. L 157 S. 87 (sog. Abschlussprüferrichtlinie) und die Richtlinie 2006/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Juni 2006 zur Änderung der Richtlinien des Rates 78/660/EWG, 83/349/EWG, 86/635/EWG und 91/674/EWG, ABl. EG Nr. L 224 S. 1 (sog. Abänderungsrichtlinie),

schonend – „eins zu eins“ – umzusetzen.

Dies geschieht zum einen durch eine umfassende Deregulierung der handelsrechtlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflichten für Einzelkaufleute und Personenhandelsgesellschaften. Ferner werden die Schwellenwerte angehoben, um den Kapitalgesellschaften die Anwendung größenabhängiger Erleichterungen und Befreiungen zu ermöglichen.

Gleichzeitig wird die Informationsfunktion des handelsrechtlichen Jahres- und Konzernabschlusses im Wege der Modernisierung der Rechnungslegungsvorschriften des HGB gestärkt. Die Rechnungslegungsvorschriften werden nach Ansicht der Entwurfsverfasser – unter Berücksichtigung des aus der Abänderungsrichtlinie erwachsenden Anpassungsbedarfs – zu einer vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative zu den in Deutschland vom Mittelstand nachhaltig abgelehnten International Financial Accounting Standards (IFRS) weiterentwickelt.

Von den Unternehmen wird dadurch der Druck genommen, internationale Rechnungslegungsstandards anzuwenden. Um zu einer aussagekräftigeren Bilanzierung nach HGB zu kommen, wird in zwei Bereichen mehr Aufwand bei der Bilanzierung erforderlich sein - bei der Bewertung von Rückstellungen und der Einbeziehung von Zweckgesellschaften in den Konzernabschluss.

Die Umsetzung der Abschlussprüferrichtlinie erfordert insbesondere Anpassungen im Recht der Abschlussprüfung.

1. Deregulierung der handelsrechtlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflichten

Der Gesetzentwurf entlastet eine Vielzahl von Unternehmen von vermeidbarem Bilanzierungsaufwand. Mittelständische Einzelkaufleute und Personenhandelsgesellschaften (OHG, KG) die nur einen kleinen Geschäftsbetrieb unterhalten, werden von der handelsrechtlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflicht befreit. Für Kapitalgesellschaften wie AG und GmbH werden ebenfalls Befreiungen und Erleichterungen bei der Bilanzierung vorgesehen. Insgesamt rechnet das Bundesjustizmin…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Wettbewerb
Rechtsgebiet: Wettbewerbsrecht

Erschienen 10. Dezember 2007 auf http://www.mkvdp.de/.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Bundesregierung: Modernes Bilanzrecht für deutsche Unternehmen

STEUERRECHT | 12. August 2008 — Die Bundesregierung strebt ein modernes Bilanzrecht an und will damit auch kleinere Unternehmen entlasten. Wie es in einem Ge…

Modernisierung des Bilanzrechts

Blickpunkt Recht & Steuern | 23. Mai 2008 — Die Bundesregierung hat am Mittwoch den Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) beschlossen und in …

Eckpunkte des BilMoG veröffentlicht

STEUERRECHT | 17. Oktober 2007 — Mit Datum vom 16.10.2007 hat das Bundesministerium der Justiz die Eckpunkte des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) …

Bilanzerleichterungen für kleine Unternehmen

Rechtslupe | 27. März 2009 — Der Bundestag hat das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) verabschiedet. Durch das Gesetz werden kleinere Unter…

Inventur Bilmog: Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz tritt in Kraft

Rechtslupe | 29. Mai 2009 — Das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) ist gestern im Bundesgesetzblatt verkündet worden und tritt damit heute…

Neues Bilanzrecht soll den Mittelstand um bis zu 1,3 Milliarden Euro entlasten

IT-Rechtsinfo | 21. April 2009 — Die wichtigsten Änderungen: 1. Deregulierung • Einzelkaufleute, die bestimmte Schwellenwerte (500.000,- Euro Umsatz und 50.000,-…

Gesetzesänderung: Am 29.05.2009 ist das neue Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) in Kraft getreten.

IT-Rechtsinfo | 2. Juni 2009 — Hier die wichtigsten Änderungen noch einmal im Überblick: 1. Deregulierung Einzelkaufleute, die bestimmte Schwellenwerte (500.00…

Grünes Licht für neues Bilanzrecht - Betriebe werden entlastet

Reuters | 3. April 2009Berlin (Reuters) - Die größte Reform des Bilanzrechts seit mehr als 20 Jahren ist unter Dach und Fach. Mit dem am Freitag vom…

BilMoG: Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts beschlossen

blogmbh.de | 12. Juli 2008 — Am 21. Mai 2008 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) beschlossen. D…

ED-IFRS for SMEs

Blickpunkt Recht & Steuern | 19. Februar 2007 — Der International Accounting Standards Board (IASB) hat den Entwurf eines Rechnungslegungsstandards für kleine und mittelgroß…

Russische Präsidentenwahl Putin bestimmt seinen Nachfolger