Hamburg genehmigt Kraftwerk Moorburg unter Auflagen
am 30.09.2008 von http://www.reuters.com
Hamburg (Reuters) - Nach monatelangem Ringen hat die Hamburger Umweltsenatorin Anja Hajduk den Bau des umstrittenen Kohlekraftwerks Moorburg genehmigt.
Allerdings verband die Grünen-Politikerin den Bescheid am Dienstag mit Auflagen, die den Betreiber Vattenfall deutlich einschränken und die Wirtschaftlichkeit des Zwei-Milliarden-Euro-Projekts mindern.
Hamburg will zudem einen eigenen Energieversorger gründen, der atom- und kohlefreien Strom liefern soll. Das Fernwärmenetz, das Moorburg speisen wollte, müsse künftig von Kohle auf klimafreundliche Energieträger umgestellt werden, verlangt die Umweltsenatorin weiter. Vattenfall kündigte an, intensiv zu prüfen, ob die Bestimmungen im Einklang mit dem 2007 mit Hamburg geschlossenen Vertrag zum Bau von Moorburg stünden.
Hajduk steht nach fünf Monaten Koalition mit der CDU unter großem Druck der Grünen Partei-Basis. Im Wahlkampf hatten die Grünen noch angekündigt, den Bau des Kraftwerks zu verhindern. Die Koalition mit der CDU steht wegen des Streits seit längerem unter Spannung.
Aus rechtlichen Gründen ist Vattenfall der Bau des Kohlekraftwerkes Moorburg nicht zu versagen, räumte Hajduk nun ein. Die Entscheidung fällt mir schwer, weil sie nicht das darstellt, was ich klimapolitisch vertrete. Kohlekraftwerke stoßen erhebliche Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) aus. Vattenfall will das Kraftwerk allerdings künftig mit einer Technik ausrüsten, die CO2 abscheidet. Diese gilt aber erst ab etwa 2018 als verfügbar.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos lobte die Genehmigung als Sieg der energiepolitischen Vernunft. Die Entscheidung sei ein gutes Signal für den Standort Deutschland.
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