Haftstrafe für Promotionsvermittler

Im bundesweit ersten großen Prozess um Geschäfte mit Doktortiteln ist der Geschäftsführer einer Wissenschafts-Beratungsfirma aus Bergisch Gladbach zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Hildesheim sprach den 52-Jährigen am Montag der Bestechung in 61 Fällen schuldig und verhängte zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 75.000 Euro. Der Chef des Instituts hatte promotionswillige Kandidaten an einen Jura- Professor der Universität Hannover vermittelt und ihm dafür Honorar gezahlt. Oft erfüllten die Bewerber gar nicht die Voraussetzungen. Die Verteidigung, die auf Freispruch plädiert hatte, kündigte Revision an.

Der Angeklagte, selbst Doktor der Philosophie, will nicht gewusst haben, dass die Honorarzahlungen strafbar waren. Diese Version hielt das Gericht aber für unglaubwürdig. “Dem Angeklagten war klar, dass der Professor für die Annahme von Doktoranden kein Geld nehmen darf“, sagte der Vorsitzende Richter Peter Peschka. “Warum sonst hat man nicht offen gehandelt, sondern die Zahlungen verschleiert?” Die Ehefrau des Hochschullehrers wurde als Strohfrau eingesetzt, das Geld wurde unter anderem auf ihr Konto gezahlt. Der 53-Jährige war bereits im April wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft verurteilt worden. (…)

Quelle: fr-online vom 14.07.2008

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Themen: Rechtsprechung , Jura , Haft , Gez , Honorar , Bergisch Gladbach

Erschienen 14. Juli 2008 auf http://log.handakte.de/.

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