Lügen, schummeln, fabulieren
RA-Blog | 31. Januar 2006 — Eine Mandantin ruft mich an und erzählt, die anwaltlich vertretene Gegnerin habe vor Ihrer Haustür gestanden um ihr allerlei Un…
Es ist mir in meiner anwaltlichen Praxis noch nicht oft vorgekommen, dass ich mich so hilflos gefühlt habe, wie in dieser kürzlich stattgefundenen Besprechung. Ein altes Mütterchen erzählt mir eine wirre, konfuse Geschichte und ich glaube ihr jedes Wort. Soweit ich den Sachverhalt verstanden habe, muss es sich so, oder so ähnlich ereignet haben: Sie hatte zwei Häuser, die sie gegen ein lebenslanges Wohnrecht für einen Spottpreis verkauft hat. Der Erwerber zahlt den Kaufpreis nachweislich auf ihr Konto, um wenige Tage danach um einen Kredit in gleicher Höhe bei ihr zu bitten. Sie hebt das Geld ab und gibts es ihm - man vertraut sich ja. Da nichts Schriftliches niedergelegt wurde, kann sie nicht einmal beweisen ihm das Geld gegeben zu haben. Das Geld ist pfutsch. Den Prozess darum hat sie verloren. (Nicht bei uns) Nun kommt sie auf Beratungshilfe zu mir, auf dem Beratungshilfeschein steht "wegen Beeinträchtigung des Wohnrechts durch den neuen Eigentümer". Zur Vorgeschichte sagt sie, er habe sie (wann, wieso, wie ???) zum Amtsgericht geschleppt, wo sie auf ihr Wohnrecht verzichtet habe. Das Wohnrecht ist auch pfutsch. Ich habe erstmal darum gebeten, mir die Unterlagen, soweit vorhanden, zur Verfügung zu stellen. Fest steht für mich, dass da jemand sich das Vertrauen eines arglosen Mitmenschen erschlichen hat, um ihn um Haus und Hof zu bringen. Die Auswahl des Opfers kann nicht zufällig gewesen sein, da die Schwächen meiner Mandantin gezielt ausgenutzt wurden. Und wie geht es weiter? Vor Geri…
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