Häftlinge kassieren angeblich unberechtigt Hartz-IV-Leistungen in Millionenhöhe
am 06.02.2006 von http://www.strafblog.de
Der FOCUS berichtet unter Bezugnahme auf Angaben der Deutschen Polizeigewerkschaft, dass Häftlinge unberechtigt Hartz-IV-Leistungen in Millionenhöhe kassierten. Angeblich zahlen Arbeits- und Sozialämter bundesweit Beträge in Höhe von jährlich 100 Millionen Euro an Arbeitslose aus, obwohl diese inhaftiert sind und damit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen.
Aus Datenschutzgründen dürften die Strafverfolgungsbehörden die Arbeitsagenturen nicht von Verhaftungen informieren. Die Inhaftierten müssten ihren Gefängnisaufenthalt daher selbst bei den Behörden melden, täten dies aber zumeist nicht, wird der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, zitiert. Er fordert, dass zukünftig die Polizei die Arbeitsagenturen von Verhaftungen informieren solle.
Meine Meinung:
Ich widerspreche der Forderung des Gewerkschaftsvorsitzenden. Eine weitere Einschränkung des Datenschutzes halte ich nicht für vertretbar. Die Polizei kann bei Verhaftungen gar nicht wissen, ob der Verhaftete Arbeitslosengeld oder Hartz-IV-Leistungen bezieht. Folglich würden auch Daten von Menschen weitergeleitet, die mit den betreffenden Behörden gar nichts zu tun haben. Das kann nicht hingenommen werden. Der Hartz-IV-Empfänger soll auch weiterhin die Möglichkeiten haben, sich aus dem Leistungsbezug abzumelden, ohne seine Verhaftung offen legen zu müssen. Ansonsten ist die Verurteilung zu einer Haftstrafe in den amtlichen Unterlagen vermerkt und kann ihn nach der Haftentlassung bei der Arbeitssuche behindern. Das trägt nicht zur Resozialisierung bei. Die Arbeitsagenturen können auch anderweitig - z.B. durch regelmäßige Einbestellung zu persönlichen Vorsprachen - überprüfen, ob der Leistungsempfänger dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER
Milliardeneinsparungen bei ALG II Empfängern beabsichtigt
Anwalt bloggt / Die Bundesregierung will mit dem nunmehr vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende (16/1410) bei den Leistungen an Empfänger des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) mehrere Milliarden Euro einsparen.…
Anklage gegen Peter Hartz wegen Untreue?
strafblog / In den Nachrichten war´s heute morgen zu hören und Bild-online berichtet natürlich auch darüber. Angeblich sieht die Braunschweiger Staatsanwaltschaft Peter Hartz, den Erfinder der gleichnamingen Arbeitsmarktreformen, als einen Hauptverdächtigen…
Anklage gegen Peter Hartz liegt vor
strafblog / Mit seinem Namen sind vor allem die Arbeitsmarktreformen der frühen 2000er Jahre verbunden und fast jeder Arbeitslose oder Soziahilfeempfänger kennt ihn: Peter Hartz, SPD-Mitglied und früherer Kanzlerberater, langjähriges Vorstandsmitglied bei VW…
Peter Hartz räumt strafbares Verhalten ein
strafblog / Der ehemalige VW-Personalvorstand Peter Hartz, dessen Name jedem Arbeitslosen wegen der nach ihm benannten Leistungen der Arbeitsagenturen bekannt ist, hat laut bild-online im Rahmen einer erneuten staatsanwaltlichen Beschuldigtenvernehmung eingeräu…
Leistungsmißbaruch beim Arbeitslosengeld: 627 Strafverfahren in Hamburg
strafblog / Wie DIE WELT in ihrer heutigen Online-Ausgabe berichtet, sind Ende des letzten Jahres in Hamburg insgesamt ca. 76.000 Empfänger von Hartz IV und Arbeitslosengeld II überprüft worden, weil sie laut einem Datenabgleich mit den Rentenversicherern und…
Ohne Kontoauszug kein Hartz IV
Handakte WebLAWg / Arbeitsagenturen dürfen von Arbeitslosengeld-II-Beziehern die Offenlegung ihres Kontos verlangen. Das Bundessozialgericht bestätigte am Freitag die bereits bestehende Praxis der meisten Jobcenter. Es nahm aber eine datenschutzrechtliche Einschränk…
