Guttenberg für Bundeswehrstärke von 163.500 Soldaten
Berlin (Reuters) - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich noch nicht auf die endgültige künftige Truppenstärke der Bundeswehr festgelegt.
Derzeit werde ein Modell erwogen, das von 163.500 Soldatinnen und Soldaten ausgehe - allerdings als Untergrenze, sagte der CSU-Politiker am Mittwoch in Berlin nach einer Anhörung im Verteidigungsausschuss zum Stand der Reform der Bundeswehr. Auch bei einer auf diese Zahl reduzierte Mannschaftsstärke könne die Bundeswehr ihren Bündnisverpflichtungen nachkommen.
Derzeit dienen in der Bundeswehr etwa 252.000 Soldaten. Guttenberg hat fünf Modelle für eine Bundeswehrreform vorgestellt. Er favorisiert die vierte Variante, nach der die Wehrpflicht nicht abgeschafft, aber ausgesetzt werden soll.
In die Reihe der Kritiker gesellte sich der deutsche Nato-General Egon Ramms. "Ich bin erstaunt darüber, dass die Bundeswehr Planungen aufstellt, Strukturentscheidungen trifft und Einsatzrealitäten schaffen will, bevor der entsprechende Entscheidungsprozess und Beratungsprozess in der Nato abgelaufen ist. Dem dürfen wir nicht durch Alleingänge aus dem Weg gehen", sagte er in einem vorab veröffentlichten Interview des "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). Außerdem sei er verwundert darüber, dass man sich in Deutschland an der Streitkräftestärke von Ländern orientiere, die von Bevölkerung und Wirtschaftsleistung her schwächer seien. "Wenn wir uns an solchen Ländern orientieren, ist etwas aus dem Lot geraten." Mit 163.500 Soldaten wäre die Bundeswehr dem Bericht nach kleiner als die Armeen Frankreichs, Großbritanniens und Italiens.
Quelle: Reuters (2. September 2010)
Themen: Berlin , Germany , Western Europe , Europe , Politiker , Nato , Guttenberg , Defence , German Language - General , Government / Politics , Diplomacy / Foreign Policy , Bundeswehrstärke
Erschienen 2. September 2010 bei http://www.reuters.com.
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