Große Kassen im Plus - Kein Zusatzbeitrag für Mitglieder

Berlin (Reuters) - Trotz erheblich gestiegener Ausgaben für medizinische Leistungen haben die großen Krankenkassen Barmer und DAK das vergangene Jahr mit einem Plus abgeschlossen.

Grund dafür sind vor allem Sonderzahlungen. Für die rund 13 Millionen Versicherten beider Kassen bedeutet dies, dass auf sie 2009 keine Zusatzbeiträge zukommen werden.

Nach einem Minus im dritten Quartal von 72 Millionen Euro erzielte die Barmer am Jahresende ein Plus von 223,4 Millionen Euro. Wie deren Chef Johannes Vöcking am Donnerstag erklärte, gab die Kasse im Schnitt pro Versichertem 2355 Euro aus. Das ist eine Steigerung um 4,34 Prozent. Die Beitragseinnahmen seien im selben Zeitraum lediglich um 2,97 Prozent gestiegen. Kluges Wirtschaften habe dennoch das Plus ermöglicht.

Bis Ende vergangenen Jahres war die Barmer die größte bundesweite Kasse. Ihren Platz nimmt nun die Techniker Krankenkasse ein, die mit der IKK-Direkt fusioniert ist.

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK), die zum Ende des dritten Quartals noch in den roten Zahlen steckte, verbuchte am Jahresende ein Plus von 148,3 Millionen Euro. Auch die Gmünder Ersatzkasse weist einen Überschuss von 25 Millionen Euro aus.

Die verbesserte Situation zum Jahresende kam nach Angaben von Kassenexperten insbesondere durch Sonderzahlungen - wie Urlaubsgeld - und Bundeszuschüsse zustande. Auch Erlöse aus den Arznei-Rabattverträgen hätten eine Rolle gespielt, sagte Barmer-Sprecherin Susanne Uhrig.

Vor allem die steigenden Arzneiausgaben bereiten den Kassen seit langem Sorgen. Für diesen Sektor gaben die rund 200 Kassen im vergangenen Jahr 5,4 Prozent mehr aus als im Jahr davor.

Mit Spannung wird erwartet, ob die Kassen mit dem ihnen zugewiesenen Geld aus dem Gesundheitsfonds auskommen werden oder im Jahresverlauf Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern einfordern müssen. Das Risiko für steigende Ausgaben trägt jede Kasse allein. Für wegbrechende Einnahmen im Zuge der Wirtschaftskrise muss dagegen der Staat dem Fonds zur Seite springen. Schätzungen zufolge wird ein Darlehen des Bundes von bis zu 1,3 Milliarden Euro fällig.



Quelle: Reuters (19. Februar 2009)

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Themen: Berlin , Germany , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Central And Eastern Europe , Health And Medicine , Labour; Employment; Unemployment , Financials , Risiko , Dak , Macro-economics , Insurance (industry Group) , Healthcare , Healthcare Services , Pharmaceuticals (sub-industry)

Erschienen 19. Februar 2009 bei http://www.reuters.com.

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