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Grosse Erleichterung: Vatikan schafft die Vorhölle ab

am 21.04.2007 von strafblog

Das ist endlich mal eine gute Nachricht zum Wochenende! Der Vatikan hat mit Zustimmung von uns allen (Schliesslich sind “wir” ja Papst) die Vorhölle abgeschafft, vermeldet focus-online, und damit können ab sofort auch ungetaufte Kinder in den Himmel kommen und die Nähe Gottes spüren. Bislang war es nämlich nach offizieller katholischer Lesart so, dass ungetaufte Kinder - so auch abgetriebene Föten - weder in den Himmel noch in die Hölle kamen, sondern sich mit einem wenig komfortablen Platz im “limbus infantium” oder “puerorum”, eben der Vorhölle, begnügen mussten. Über den “größten Krippenplatz” zwischen Himmel und Hölle hätten Kirchenkritiker schon lange gespottet, heisst es in dem Beitrag, und deshalb hat eine internationale Theologenkommission sich der Frage angenommen und nach kaum dreijährigen intensiven Beratungen eine weise Entscheidung getroffen. Der Grundsatz “keine Taufe – kein Paradies” wurde kurzerhand gecancelt, wie das auf Neuhochdeutsch wohl heisst. 40 Seiten umfasst das Dokument, welches die Entscheidung begründet, und hinter vorgehaltener Hand heisst es, ohnehin hätte auch im Vatikan schon längst niemand mehr an die Existenz der Vorhölle geglaubt. Benedikt XVI. soll sich schon vor 20 Jahren für eine Abschaffung der Vorhölle ausgesprochen haben und hat dem Dokument jetzt folgerichtig seinen Segen gegeben.
Fragt sich natürlich, was mit all denen passiert, die seit Jahrtausenden oder noch länger die Vorhölle bevölkert haben. Kommen die jetzt automatisch ins Paradies? Und wird ihnen für die lange Gottesabstinenz Genugtuung zuteil? Ovid und Homer sollen sich unter den Betroffenen befinden, schreibt focus-online unter Bezugnahme auf Dante Aleghieris “Göttliche Kommödie”, sowie viele andere rechtschaffene Menschen, die das Pech hatten, vor Christus geboren zu sein. Aber ich bin sicher, da findet sich auch eine weise Lösung. (Vielleicht gibt’s ja sowas wie ein himmlisches Strafentschädigungsgesetz).

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