Grimm-Prozess: Staatsanwaltschaft rückt vom Mordvorwurf ab

In dem beim Landgericht Frankfurt anhängigen Schwurgerichtsverfahren um den Tod des Millionärssohns Andreas Sascha Grimm ist die Staatsanwaltschaft nach monatelanger Beweisaufnahme vom Vorwurf des Habgier- und Heimtückemordes abgerückt und hat "nur" auf eine Verurteilung wegen Totschlags plädiert. Ihr Strafantrag: 14 Jahre Freiheitsstrafe. Die Verteidigung hat ebenfalls auf Totschlag plädiert, hält aber eine Strafe von unter 10 Jahren für ihren Mandanten, den 23-jährigen Angeklagten Jens A., für ausreichend. Der Angeklagte habe das Opfer am 15. Oktober 2004 im Affekt erschossen, nachdem er von dem sexuellen Verhältnis Grimms zu seiner damals 39-jährigen Lebenspartnerin erfahren hatte. Der "Mord ohne Leiche" macht seit mehr als einem Jahr immer wieder Schlagzeilen. Jens A. hat angegeben, die zerstückelte Leiche sei vermutlich von arabischen Bekannten seiner Freundin beseitigt worden. Er wisse nicht, wo diese sich befinde. Kriminaltechniker fanden Grimms Blut an herausgerissenen Teppichfliesen, einem Handtuch, einer Jeans und an mehreren Schneidwerkzeugen. Untersuchungen ergaben, dass Grimm vor seinem Tod Kokain konsumiert haben muss. Mehrere Suchaktionen der Polizei im Westerwald blieben ohne Ergebnis. Die Nebenklage erstrebt nach wie vor eine Verurteilung wegen Mordes. Zwar könne ein Habgiermotiv nicht nachgewiesen werden. Es bleibe jedoch beim Mordmerkmal der Heimtücke. „Ich möchte noch sagen, daß es mir unendlich leid tut. Sein Tod ist unverzeihlich.”, sagte der Angeklagte laut FAZ.net in seinem gestrigen Schlusswort. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Schwurgerichtskammer entscheidet. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER

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Themen: Prozess , Staatsanwaltschaft , Grimm , Landgericht Frankfurt

Erschienen 16. Februar 2006 auf http://www.strafblog.de.

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