Gerhard Henschel Bild: Wir sind “Bild”
Handakte WebLAWg | 22. September 2006 — Man hätte meinen können, dass eine mehrwöchige Zwangslektüre von Bild zur Verfertigung eines Essays schon Strafe genug sei, z…
Der Tagesspiegel berichtet über das Buch "Gossenreport" von Gerhard Henschel, einem "wuchtigen, ästhetisch begründetem Hieb gegen die "Bild"-Zeitung": Warum, fragt Henschel, verkündet ein christdemokratischer Ministerpräsident seine Politik neben dem Leichnam eines in Hamburg verhungerten Kindes und einem Sex-Witz? Warum muss der gläubige Bundespräsident seine Gedanken zur Rettung der Menschheit im Umfeld einer heißen Oma los werden, die ihren Anrufern im Wettstreit mit geilen Nymphen eine Abspritzgarantie bietet? Warum empfängt Papst Benedikt XVI. einen wie Kai Diekmann zum Fototermin, wo der doch durchs Ausbreiten von Piesel-Affären, Sex-Bekenntnissen und naturgeilen Gören seine Auflage macht? Zitiert wird der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke: ,Bild liebt den Papst, Bild liebt die Show, und wenn es der Bibel zugute kommt, warum nicht? Zitiert wird Hans Joachim Meyer, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken: Wenn der Papst Bild ein Interview gegeben hätte dagegen hätte ich nichts gehabt. Und gleich neben der päpstlichen Botschaft ein Devotes Luder will benutzt werden oder Ordinäre Schlampe macht alles? Ein Grund für die Zusammenarbeit liegt eigentlich auf der Hand, jedoch sollte man sie sich mal wieder in Erinnerung rufen: Inzwischen erreicht das Schnüffeln neue Qualitäten. Seit Wochen ermuntert das Blatt sogenannte Leserreporter, Prominente auf jedem privaten Schritt zu fotografieren, bei Abdruck wird eine Geldprämie bezahlt. Spitzelei im digitalen Zeitalter. Als ein Fernsehmagazin kürzlich über das Treiben der Volkspaparazzi berichtete, sagte der Moderator: Ich will Ihnen die Namen nicht nennen, von all den Prominenten, die sich nicht getraut haben, uns dazu ein Interview zu geben. Und jedes Mal hieß es zwischen den Zeilen mit denen lege ich mich nicht an. So weit ist es. Wer möchte schon von Millionen Augen auf Seite 1 als Verlierer des Tages gesehen werden? Angst ist das Schmiermittel von Bild. Das ist natürlich nicht der einzige Grund für die Zusammenarbeit zwischen der Prominenz und "Bild". Ein weiterer Grund lässt sich hervorragend am Beispiel Dieter Bohlen veranschaulichen, der das diesjährige Sommertheater auf Mallorca in symbiotischer Kooperation mit Bild offensichtlich freiwillig aus geschäftlichen Gründen inszeniert hat - man muss ja im Gespräch bleiben. Im Gegenzug für das herrliche Theater (besser als jede Soap) wurden seine Bücher ja auch erstklassig bei "Bild" vermarktet. Es ist wohl eine Mischung aus kopfschüttelnder Verachtung und Neugier, die einen auf die "Bild"-Seite treibt, die Art von Beziehung, die das großartige Bildblog dazu veranlasst, sich täglich mit dem Blatt auseinanderzusetzen. Mit Genuss erinnere ich mich an den letzten Coup von Henschel, den der Tagesspiegel dankenswerterw…
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Handakte WebLAWg | 26. November 2008 — Am 4. Dezember bringt die Handelskette Lidl eine Leserreporterkamera auf den Markt und zwar in Zusammenarbeit mit ihrem Gspus…
J!Blawg - Das Jura Blog aus Münster | 24. Mai 2006 — Norbert Blüm hat die Bild-Zeitung zu einem öffentlichen Disput über die Rente und die Kampagne von Bild gegen die gesetzliche…
Handakte WebLAWg | 23. Mai 2007 — Gerade im Umgang mit dem Brandanschlag auf das Auto des “Bild”-Chefs fällt die Welt durch Falschmeldungen und gelöschte Komme…
Jurabilis | 24. Mai 2006 — Lassen Sie, Herr Diekmann, die albernen Mätzchen beiseite. Sie haben die Hosen gestrichen voll, dass in dem von mir vorgeschl…
Blog zum Medienrecht | 28. November 2009 — Für diejenigen, die noch nicht von Diekmanns Schwanz die Schnauze voll haben - also BILDlich gesprochen, meine ich - für solche…