Google stellt erste deutsche Straßenansichten ins Netz
Reuters | 2. November 2010 — München (Reuters) - Der umstrittene Fotodienst Street View des Suchmaschinenbetreibers Google zeigt die ersten Bilder von deuts…
Frankfurt (Reuters) - Google hat 20 deutsche Großstädte in seinen umstrittenen Straßenfotodienst Street View aufgenommen.
Ab sofort könnten Internet-Surfer aus der ganzen Welt virtuell über die Straßen von Berlin, Hamburg oder München spazieren, teilte Google am Donnerstag mit. Auch Nutzern aus Deutschland böten die Straßenansichten am Computer Vorteile. Wohnungssuchende könnten mit Street View etwa Stadtviertel erkunden. Startschuss für Street View in Deutschland war vor zwei Wochen, als das bayerische Oberstaufen als erster Ort in Deutschland mit Straßenfotos auftauchte.
Der Bilderdienst, der seit einiger Zeit Straßenansichten anderer Länder zeigt, hat in Deutschland für eine heftige Debatte gesorgt. Seit Sommer befasst sich auch die Bundesregierung mit dem Projekt. Datenschützer kritisieren das Angebot als potenziellen Eingriff in die Privatsphäre. Rund 250.000 Bürger haben Widerspruch gegen eine Veröffentlichung von Bildern ihres Hauses durch den Dienst eingelegt. Viele Wohnhäuser sind in Deutschland deswegen nicht zu erkennen.
AIGNER: PANNEN BEI DER FREISCHALTUNG
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erklärte in Berlin, man habe für die Bürger bei Street View so weitreichende Widerspruchsmöglichkeiten wie in keinem anderen Land ausgehandelt. Bei der Freischaltung von Ansichten aus Oberstaufen sei es zu Pannen gekommen. "Stellen, die gepixelt sein sollten, waren über iPhone und iPad unverpixelt sichtbar - eingelegte Widersprüche wurden teilweise erst nach der Freischaltung berücksichtigt", kritisierte die CSU-Politikerin. Dass Probleme aufträten, könne aber bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht überraschen.
Google ist wegen der Sammlung von Daten immer wieder mit Behörden weltweit aneinandergeraten, Anfang November etwa in Großbritannien. Im Zuge des Aufbaus von Street View in Deutschland musste Google einräumen, auch dort Daten aufgezeichnet zu haben.
Der US-Konzern betrieb einen großen Aufwand für Street View. Monatelang filmten Autos mit einer Panorama-Kamera viele Straßen ab. Gesichter von Passanten und Autokennzeichen wurden unkenntlich gemacht. Street View ist Teil des Kartendienstes Google Maps und wird bereits für 27 Länder angeboten.
Erschienen 18. November 2010 bei http://www.reuters.com.
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