Glaubhaftmachung einer AGG-Diskriminierung durch Indizien
am 06.05.2008 von andreas-buschmann.net
Bewirbt sich eine schwangere Arbeitnehmerin auf eine Stelle und besetzt der Arbeitgeber, dem die Schwangerschaft bekannt ist, diese Stelle mit einem männlichen Mitbewerber, dann kann dies eine verbotene Diskriminierung wegen des Geschlechts sein. Was aber muss die Arbeitnehmerin dem Gericht vortragen? Das Bundesarbeitsgericht setzte jetzt mit Urteil vom 24. April 2008 - 8 AZR 257/07 - neue Maßstäbe. 9vBc76L43fkdcv7934
Das Landesarbeitsgericht Berlin hatte die Klage der abgelehnten Bewerberin noch für unbegründet gehalten und gemeint, die schwangere Arbeitnehmerin habe nicht genügend Anhaltspunkte dafür vorgetragen, dass die Beförderung gerade wegen der Schwangerschaft verweigert worden sei. Das nicht sehr rühmliche Urteil des LAG Berlin vom 19. Oktober 2006 - 2 Sa 1776/06 hatte ich bereits zu früherer Zeit in meinem Weblog erörtert.
Das Bundesarbeitsgericht sah die Sache - zu Recht - anders als das Landesarbeitsgericht Berlin. Das Bundesarbeitsgericht klärte die strittige Frage, wann eigentlich eine abgelehnte Stellenbewerberin dem Gericht genügend Tatsachen vorgetragen hat, um eine verbotene Benachteiligung wegen des Geschlechts - hier wegen der Schwangerschaft - “glaubhaft” zu machen:
Glaubhaft gemacht hat eine Arbeitnehmerin eine geschlechtsspezifische Benachteiligung dann, wenn sie außer der Schwangerschaft weitere Tatsachen vorträgt, welche eine Benachteiligung wegen ihres Geschlechts vermuten lassen. An diesen weiteren …
BAG: Zum Beweis der Benachteiligung einer Frau wegen Schwangerschaft bei der Stellenbesetzung - Urt. v. 24.04.2008, Az. 8 AZR 257/07
AGGblog.de / Das BAG hat zum Beweis der Benachteiligung wegen des Geschlechts zur alten Rechtslage nach § 611a Abs. 1 BGB wie folgt entschieden: “Bewirbt sich eine schwangere Arbeitnehmerin um eine Stelle und besetzt der Arbeitgeber, dem die Schwangerschaf…
Arbeitsrecht: Benachteiligung muss begründbar sein
LohnPraxis-Weblog / Eine Schwangerschaft an sich reicht noch nicht aus, um eine geschlechterspezifische Benachteiligung zu beweisen, wenn ein männlicher Mitbewerber einer Arbeitnehmerin bei der Stellenauswahl vorgezogen wird. Die schwangere Arbeitnehmerin muss weit…
Bundesarbeitsgericht zu geschlechtsspezifischer Benachteiligung wegen Schwangerschaft bei einer Stellenbesetzung
recht verständlich / Das Bundesarbeitsgericht hat sich in einer Entscheidung vom 24. April 2008 mit der Frage auseinandergesetzt, wann eine geschlechtsspezifische Benachteiligung wegen Schwangerschaft vorliegt. Der jetzt entschiedene Fall hatte zwar noch das „alte̶…
Kündigung: Krankheit für Sozialauswahl kein Argument
andreas-buschmann.net / Darf der Arbeitgeber bei der betriebsbedingten Kündigung eine Sozialauswahl “nach Gesundheit” durchführen, gesunde Arbeitnehmer von der Kündigung ausnehmen und Kündigungen nur denjenigen Arbeitnehmern aussprechen, die…
Männlicher Bewerber statt schwangerer Bewerberin befördert - keine Diskriminierung
andreas-buschmann.net / Die Arbeitnehmerin machte Schadensersatz wegen einer Benachteilung aus geschlechtsspezifischen Gründen mit der Begründung geltend, sie sei bei der Beförderung in eine Direktorenstelle gegenüber einem männlichen Bewerber aus geschlechtsspezifis…
BAG: Niedrigere Entlohnung einer Lehrerin aus Geldmangel ist geschlechtsbezogene Benachteiligung - Urteil vom 14.8.2007, Az. 9 AZR 943/06 -
Arbeitsrecht-Blog.de / Das BAG hat in einem Urteil vom 14.08.2007 zur diskriminierenden Entlohnung einer Lehrerin entschieden. Die Klägerin ist angestellte Lehrerin bei dem beklagten Schulträger. Über 90 % der Schüler des Beklagten sind Jungen. Neben der Klägerin besc…
LAG Berlin sieht keine Diskriminierung wegen des Geschlechts bei Beförderung eines männlichen Konkurrenten
JuracityBlog / auch wenn die klagende Mitbewerberin zum Zeitpunkt der Auswahlentscheidung schwanger war. Das Landersarbeitsgericht Berlin (Urteil vom 19.10.2006 Aktenzeichen 2 Sa 1776/06) wies die Klage einer weiblichen Führungskraft ab, die auf Schadensersatz…
Hessisches LAG: Überstunden müssen dem Arbeitnehmer rechtzeitig angekündigt werden
JuracityBlog / Dies hat das Hessische Landesarbeitsgericht mit seinem Urteil vom 13.01.2006 (gerichtliches Aktenzeichen: 3 Sa 2222/04) entschieden. Der Arbeitgeber hatte einer Arbeitnehmerin erst wenige Stunden vorher mitgeteilt, dass sie Überstunden leisten m…
Meine erste Konfrontation mit dem AGG
Andere Ansicht / Die Arbeitnehmerin ist Türkin. Und als Türkin redet sie türkisch. Im Geschäft, in dem sie als Verkäuferin angestellt ist, soll sie aber deutsch reden, findet der Arbeitgeber. Das findet die Arbeitnehmerin nicht und klagt nun wegen Diskriminierun…
Zurückbehaltungsrecht bei Mobbing - Mobbinghandlungen müssen konkret benannt sein
andreas-buschmann.net / Arbeitsplatzkonflikte und Mobbing machen krank. Schreibt der Arzt wieder gesund, stellt sich für die Konfliktbetroffenen oft die Frage, wie sie sich verhalten sollen. Nicht selten ist die Befürchtung allzu gerechtfertigt, das Mobbing werde…
