Generalstaatsanwaltschaft ordnet Fortführung der Ermittlungen im Ratiopharm-Skandal an

Der stern berichtet online nicht ohne Stolz, dass die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart angeordnet hat, im von dem Magazin nach eigener Einschätzung aufgedeckten "Pharma-Skandal" die Ermittlungen fortzuführen. Die Staatsanwaltschaft Ulm hatte das Verfahren zwischenzeitlich eingestellt. Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart, Rainer Christ, bestehe gegen Verantwortliche der Firma Ratiopharm "ein Anfangsverdacht der Beteiligung an Vergehen des Betrugs und der Untreue von Ärzten." Insbesondere gehe es um die Frage, ob Ärzte gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot zu Lasten der Krankenkassen verstoßen haben, indem sie die im Vergleich zu Konkurrenzprodukten relativ teuren Ratiopharm-Präparate verordneten, weil sie dafür einen Vorteil bekamen. Der stern hatte im November enthüllt, dass Ratiopharm Ärzten systematisch Umsatzprovisionen für die Verordnung von Medikamenten bezahlt habe. Bundesweit sollen nach Schätzung von Insidern bis zu 1000 niedergelassene Ärzte von dem System profitiert haben. Noch breiter sei der Kreis der Ärzte, die hochwertige Espressomaschinen, Tischleuchten oder Mikrowellen-/Grillgeräte erhalten haben sollen. Es sei mit langwierigen Ermittlungen zu rechnen, meint das Magazin unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER

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Themen: Skandal , Ratiopharm

Erschienen 14. April 2006 auf http://www.strafblog.de.

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