Generalmusikdirektor im Visier der Ermittlungsbehörden - Wang: Habe keine strafbare Handlung begangen

Keinen leichten Stand hat derzeit der Generalmusikdirektor des Würzburger Mainfranken-Theaters, Jin Wang. Der Dirigent hat nicht nur Probleme mit seinem Orchester, er ist auch noch ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Die Würzburger Staatsanwaltschaft ermittelte wegen „versuchter Nötigung mit sexuellem Hintergrund“, Opfer der Tat soll eine ehemalige Orchstermusikerin gewesen sein.

„Dissonanzen bei Würzburger Philharmonikern“ titelte am Freitag die Würzburger „Mainpost“. Gemeint war eine geheime Abstimmung, bei der sich das Philharmonische Orchester mit 41:2 Stimmen bei fünf Enthaltungen eindeutig gegen eine Verlängerung des Vertrages ihres Dirigenten und Generalmusikdirektors Jin Wang ausgesprochen hat. Der Vertrag des Chinesen mit österreichischem Pass läuft 2010 nach vier Jahren aus. Die interne Abstimmung über Wangs Weiterbeschäftigung fand bereits im Oktober statt und wurde jetzt von der Zeitung öffentlich gemacht. Dass die Unstimmigkeiten zwischen dem Dirigenten und seinen Musikern wohl nicht nur künstlerischer Natur sind, offenbarte am Freitag eine ddp-Anfrage bei der Würzburger Staatsanwaltschaft. „Gegen Generalmusikdirektor Jin Wang ist ein Strafverfahren wegen versuchter Nötigung mit sexuellem Hintergrund anhängig“, bestätigte Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager.

Geschädigte der Straftat sei ein „ehemaliges weibliches Mitglied“ des philharmonischen Orchesters, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft: „Weitere Auskünfte werden aus Gründen des Persönlichkeits- und Opferschutzes nicht erteilt.“ Nach Abschluss der Ermittlungen wurde das Verfahren vom Amtsgericht Würzburg vorläufig eingestellt, weil alle Beteiligten – auch das von einem Anwalt beratene Opfer – mit einem so genannten „Täter-Opfer-Ausgleich“ einverstanden waren. Konkret bedeutet das: Der Beschuldigte hat sich bereit erklärt, 5.000 Euro an zwei Frauenhäuser zu bezahlen. Tut er das, ist die Sache zumindest strafrechtlich für den Generalmusikdirektor erledigt. Die Geschädigte selbst will kein Geld von Wang.

Der Streit zwischen Orchester und Dirigenten hat auch einige Unterstützer von Jin Wang auf den Plan gerufen. Sowohl der Förderverein „Freunde der Würzburger Philharmonie“ als auch der unterfränkische Richard-Wagner-Verband stellten sich bei einer Pressekonferenz am Freitag demonstrativ hinter den Generalmusikdirektor und betonten dessen herausragende künstlerische Bedeutung für das Orchester des Würzburger Mainfranken-Theaters. Die Details des Ermittlungsverfahren gegen Jin Wang war den unterstützern dabei offenbar nicht bekannt: „Mir ist unverständlich, wie es zu dem Widerstand des Orchesters gegen Wang kommen konnte“, sagte die Vorsitzende des Wagner-Verbandes, Margot Müller.

Der Vorsitzende der Philharmonie-Freunde, Rechtsanwalt Wolfgang Baumann, wollte sich zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht ä…

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Themen: Orchester , Jin Wang Dirigent

Erschienen 9. November 2008 auf http://www.woetzel-online.info/.

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