Genealogie Ltd. lässt nicht locker
am 07.07.2008 von RA-Blog
Erstmalig wurde die minderjährige Tochter meiner Mandantin im November 2006 aufgefordert, wegen eines angeblich zustande gekommenen Dienstleistungsvertrags auf der Seite genealogie.de die Rechnung über 60,00 € auszugleichen.
Man widersprach damals mit Hinweis auf die Minderjährigkeit. Erstmal war dann über ein Jahr lang Ruhe.
Nun trudelten in den letzten Wochen drei Mahnungen der Inkasso-Anwältin ein (Themenschwerpunkt: Strafrecht), zuletzt mit dem Hinweis darauf, dass
Minderjährige, welche sich wissentlich als volljährig gerieren um eine nur an Volljährige auszukehrende Leistung zu erhalten, eine Täuschungshandlung begehen. Diese ist das erste objektive Tatbestandsmerkmal des Betruges im Sinne des § 263 StGB.
So weit, so gut. Und dann:
Schadensersatzansprüche werden daher auf § 823 II BGB i. V. m. § 263 StGB gestützt.
Interessant. Wurde zunächst noch auf den Dienstleistungsvertrag abgestellt, zaubert man nun eine unerlaubte Handlung aus dem Hut. Dies soll, genau wie die durch Fettdruck hervorgehobene Passagen, der weiteren Einschüchterung dienen. Man vergisst natürlich zu erwähnen, dass neben der Täuschungshandlung noch diverse andere Merkmale des Straftatbestandes Betrug vorliegen müssten. Zum Beispiel der Betrugsvorsatz, an dem es schon deshalb fehlen dürfte, weil - worauf es die Seitenbetreiber auch anlegen - für den Nutzer gar nicht klar ist, dass es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt / handeln soll.
Da dieser versteckte …
Katjas Rechtsberatung
RA J. Melchior, Wismar / Eine Kommentatorin zitiert aus einem Brief der Kollegin Katja G.: Ich weise im Übrigen darauf hin, dass Minderjährige, welche sich wissentlich als volljährige gerieren um eine nur an Volljährige auszukehrende Leistung zu erhal…
IQ-Fight: So gehts weiter
Das interessiert doch wieder keine Sau... / Erstaunlich mit wieviel Elan die Seiten von Lebenserwartung.de oder Iqfight.de ihre angeblichen Forderungen betreiben. Bemerkenswert auch, dass bereits im ersten anwaltlichen DrohMahnschreiben auf die wohl häufigste Einwendung eingegangen wird. Soll…
Vorgehen bei ungewollten Internet-Abo-Verträgen
verbraucherrechtliches! / In der letzten Zeit häufen sich hier in den Kommentaren die Anfragen von Betroffenen, die auf Seiten wie simsen.de o.ä. hereingefallen sind und nun wissen wollen, welche rechtlichen Möglichkeiten sie haben. Daher hab ich mich entschlossen, nochmal…
Kündigungsrecht: Besonderheiten bei der Kündigung von minderjährigen Arbeitnehmern
Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf / Ein Arbeitgeber muss bei der Kündigung eines minderjährigen Arbeitnehmers oder Auszubildenden genau aufpassen, um die Unwirksamkeit der Kündigung schon aus Formgründen zu vermeiden. In einem Rechtsstreit vor dem Arbeitsgericht hatte der Arbeitgeb…
BGH: § 1612b V BGB ist für privilegierte volljährige Kinder nicht anwendbar.
recht verständlich / Der XII. Zivilsenat des BGH hatte sich in einer weiteren Entscheidung mit der Kindergeldanrechnung zu befassen. Ausgangspunkt der Fragestellung ist, wie das Kindergeld auf den jeweiligen Unterhaltsanspruch anzurechnen ist. Bei minderjährigen Kindern…
Populäre Rechtsirrtümer. Teil 2: Eltern haften für ihre Kinder
RA Kadelke / Immer wieder hört und liest man den floskelhaften Ausspruch Eltern haften für ihre Kinder. Gemeint ist damit in der Regel, daß die Eltern für von ihren minderjährigen Kindern schuldhaft verursachte Schäden aufzukommen haben. Auch durch häufige…
