Geldstrafe kostet Staatsanwalt den Job

Die Entlassung eines Staatsanwalts wegen des Besitzes kinderpornografischer Bilder ist regelmäßig nicht zu beanstanden. Dies hat das Bundesverfassungsgericht in einem aktuellen Beschluss entschieden.

Der Beschwerdeführer war Staatsanwalt. Im August 2004 wurde er vom Amtsgericht wegen Besitzes kinderpornographischer Bilddateien zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 85 Euro verurteilt. Das Dienstgericht wertete das Verhalten des Beschwerdeführers als Dienstvergehen und erkannte auf Entfernung vom Dienst. Rechtsmittel des Beschwerdeführers blieben erfolglos.

Die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen, da die Entfernung des Beschwerdeführers aus dem Dienst verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist.

Die Verhängung der disziplinarischen Höchstmaßnahme gegen den Beschwerdeführer stellt sich im Lichte des Schuldprinzips nicht als unangemessen dar. In der jüngeren Rechtsprechung der Disziplinargerichte wird schon der bloße Besitz kinderpornographischer Darstellungen durchgängig als schweres Dienstvergehen gewertet. Im Hinblick auf bestimmte Gruppen von Angehörigen des öffentlichen Dienstes (z.B. Soldaten als Vorgesetzte, Lehrer) geht die Tendenz in der Rechtsprechung dahin, in diesen Fällen die Entfernung aus dem Dienst als Regelmaßnahme anzusehen, von der nur in Ausnahmefä…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Amtsgericht , Job

Erschienen 20. Februar 2008 auf http://www.lawblog.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Ein Staatsanwalt und seine Kinderpornografie

kanzlei-hoenig.info | 20. Februar 2008 — Der Beschwerdeführer war Staatsanwalt. Im August 2004 wurde er vom Amtsgericht wegen Besitzes kinderpornographischer Bilddateie…

Kinderporno - Staatsanwalt endgültig weg vom Fenster

Strafprozesse und andere Ungereimtheiten | 22. Februar 2008 — Ein Ex-Staatsanwalt aus Halle darf nicht mehr in den Dienst zurückkehren. Das entschied das Bundesverfassungsgericht in Karls…

Besitz kinderpornographischer Schriften: Kein Grund zur Entlassung bei Beamten (?)

Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 19. August 2010 — Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte heute über Disziplinarklageverfahren gegen zwei Beamte zu entscheiden, die sich …

Verfassungsbeschwerden reihenweise

Rechtslupe | 30. Juni 2010 — Steter Tropfen höhlt den Stein. Stets Verfassungsbeschwerde bringt die Missbrauchsgebühr.Derzeit vermeldet das Bundesver…

OVG: Lehrer wegen Kinderpornografie entlassen

Rechtblog | 24. Juli 2007 — Ein beamteter Lehrer, der sich über seinen privaten Computer Dateien mit kinderpornografi­schem Inhalt verschafft und per E-Mai…

Verfassungsbeschwerde Meinungsfreiheit: Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen strafrechtliche Verurteilung wegen antisemitischer Äußerung

Jurabilis | 30. Juli 2005 — Der Beschwerdeführer, ein früherer Kreisvorsitzender der Republikaner, hatte im November 2000 den damaligen Vizepräsidenten des …

Beamter Unterschlagung Briefumschlag: Verbeamteter Briefzusteller kann wegen Verletzung des Postgeheimnisses und Unterschlagung aus dem Dienst entfernt werden

Recht und Alltag | 15. Januar 2008 — Ein bei der Deutschen Post AG als Beamter eingesetzter Briefzusteller, der unter Verletzung des Postgeheimnisses Briefsendungen…

Disziplinarrecht: Kinderpornografie und Lehramt

JuracityBlog | 27. Juli 2007 — Das OVG Rheinland-Pfalz hat mit seinem Urteil vom 12. Juli 2007 - 3 A 10296/07.OVG - die Entlassung eines Lehrers wegen d…

Belästigung Von Nachbarn: BverfG: Belästigung eines Nachbarn mit unbestellten Warenlieferungen

Rechtblog | 31. Oktober 2006 — Die Verfassungsbeschwerde wurde nicht angenommen, was beruhigend ist. Die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerich…

BVerfG bestätigt Entfernung eines Polizeibeamten aus dem Dienst

Wissenswertes, Interessantes und Kurioses aus Justiz und Alltag | 17. Januar 2008 — Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde eines niedersächsischen Polizeibeamten nicht zur Entscheidung …

BBG - Einzelnorm
Das Bundesverfassungsgericht