Abgebrannter Steuerberater bedient sich aus Vereinskassen
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Der Weg vom ehrenamtlich engagierten Wohltäter zum Straftäter war nur kurz: Weil er 11.500 Euro aus der Vereinskasse für eigene Zwecke verwendet hat, wurde der ehemalige Vorsitzende des Fördervereins der Würzburger Wärmestube am Montag vom Amtsgericht wegen Untreue zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Gerade noch, so der Vorsitzende Richter Thomas Behl, habe das Schöffengericht sich dazu durchgerungen, die Strafe zur Bewährung auszusetzen: „Sie haben die Ärmsten der Armen beklaut, das ist eine ziemlich schäbige Angelegenheit.“ Es war im Jahr 2004, als der Angeklagte von Finanzierungsschwierigkeiten der Wärmestube erfuhr. In der Einrichtung, die unter dem Dach der gemeinnützigen Christophorus GmbH von Caritas und Diakonie betrieben wird, bekommen Obdachlose ein warmes Essen, können sich duschen und ihre Kleider waschen. Über 20.000 Euro fehlten der Wärmestube damals im sechsstelligen Jahresetat. Deshalb rief der Geschäftsführer eines Würzburger Hotels den Förderverein ins Leben, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Deckungslücke auszugleichen.
Drei Jahre später fehlten dem Verein 11.500 Euro in der Kasse, und der Vorsitzende war verschwunden. Rund 5.000 Euro hatte der 53-Jährige in seiner Zeit als Vorstand selbst gespendet und zusammen mit Mitstreitern das Spendenaufkommen durch Benefizveranstaltungen in den fünfstelligen Bereich gebracht. Auf der Internetseite des Vereins ist er immer noch auf vielen Bildern bei der Entgegennahme von Spenden-Schecks zu sehen. „Ich habe mein eigenes Kind beerdigt, das ist für mich das Schlimmste“, sagte der Ex-Vorsitzende vor Gericht. Anfang März wurde er in einem Hotel in Andernach festgenommen. 80 Euro hatte er da noch in der Tasche.
Den Großteil der veruntreuten Beträge hat der 53-Jährige nach eigenen Angaben zur Begleichung von Spielschulden verwendet. Auf einer der vielen Poker-Seiten im Internet will er regelmäßig so hohe Beträge verzockt haben, dass das Geschäftsführer-Gehalt von 1.300 Euro netto im Monat nicht mehr ausreichte, um sein Konto auszugleichen. Als nach der letzten Kassenprüfung des Vereins Anfang Dezember 3.000 Euro in bar in der Kasse waren, konnte er der Versuchung nicht mehr widerstehen und glich zum ersten Mal sein Konto aus. In den folgenden drei Monaten machte er noch in elf weiteren Fällen von seiner Konto-Vollmacht Gebrauch und hob insgesamt 8.500 Euro in bar ab.
„Ich wollte das Geld zurückzahlen. Der Verein sollte keinen Schaden erleiden“, beteuerte der 53-Jährige. Mitte Februar sei ihm die Sache schließlich über den Kopf gewachsen: Er holte sich noch 1.000 Euro vom Konto seines Arbeitgebers und setzte sich in einen Zug nach München. Während seine Vereinskollegen vermuteten, dass er wegen einer unheilbaren Krankheit nur noch kurze Zeit zu leben hatte, fuhr der Angeklagte weiter nach Andernach: „Als mir dort das Geld ausging, wollte ich zurüc…
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