Geheimdienstler: Acht Deutsche in Pakistan getötet

Miranshah (Reuters) - In Pakistan sind dem Geheimdienst zufolge acht deutsche Islamisten bei einem Raketenangriff getötet worden.

Zwei vermutlich von einer US-Drohne abgefeuerte Raketen seien in einer Moschee in Mirali in Nord-Waziristan eingeschlagen, in der sich die Deutschen aufgehalten hätten, hieß es am Montag. Die Extremisten würden einer Gruppe namens Jihad Islami angehören. Eine Bestätigung von anderer Stelle lag am Abend nicht vor. Das Auswärtige Amt erklärte, der Meldung nachzugehen. Das Innenministerium war zunächst nicht zu erreichen.

"Die Menschen hatten sich zum Gebet versammelt, als die Raketen einschlugen", schilderte ein Bewohner im Telefongespräch mit Reuters den Angriff. Die Einschlagstelle sei später von Aufständischen abgeriegelt worden.

Vertreter westlicher Sicherheitsbehörden hatten in der vergangenen Woche in Nord-Pakistan operierende Extremisten mit geplanten Anschlägen in Europa in Verbindung gebracht. Am Sonntag hatten die USA und Großbritannien vor einer erhöhten Anschlagsgefahr in Europa gewarnt. In Deutschland gibt es nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere keine Hinweise auf bevorstehende Terrorattacken.

Ein Vertreter deutscher Sicherheitsbehörden hatte vorige erklärt, die Anschlagwarnungen gingen auf Aussagen eines in Bagram in Afghanistan inhaftierten deutschen Islamisten zurück. Medienberichten zufolge soll der gebürtige Afghane aus Hamburg stammen.

USA FORCIEREN DROHNENANGRIFFE

Die USA haben ihre Drohnen-Angriffe auf Extremisten von Al-Kaida und ihrer Verbündeten im Nordwesten Pakistans verstärkt. Im September gab es 21 Angriffe - so viele wie nie zuvor in einem Monat. Der Geheimdienst CIA jagt führende Mitglieder des sogenannten Hakkani-Netzwerks. Die Abspaltung der afghanischen Taliban operiert aus Nord-Waziristan heraus. Die Region ist Rückzugsgebiet für verschiedene Gruppen Radikaler, die Angriffe gegen die pakistanische Regierung oder Nato-Soldaten in Afghanistan starten. Nach Ansicht westlicher Geheimdienste stellen die im Westen aufgewachsenen Extremisten ohne ein Strafregister eine der größten Gefahren dar. Für die Führung von Al-Kaida sind diese Radikalen wichtig, weil sie westliche Pässe haben und so leichter reisen können.

Der US-Sender Fox News berichtete unter Berufung auf Geheimdienstkreise von Anschlagsplänen in Deutschland. Ein deutscher Islamist, der in Afghanistan in US-Gewahrsam sei, habe erklärt, eine Reihe von Zielen in Europa solle koordiniert angegriffen werden. In Deutschland sollten demnach Anschläge auf das Berliner Luxushotel Adlon sowie den Hauptbahnhof und den Fernsehturm der Hauptstadt verübt werden. Anschläge sollten auch auf den Pariser Eiffelturm und die Kathedrale Notre Dame stattfinden. Vorbild dafür sei der Angriff im indischen Mumbay im Jahr 2008, wo 166 Menschen von einer Gruppe Extremisten getötet worden waren.



Quelle: Reuters (5. Oktober 2010)

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Themen: Deutschland , Germany , Hamburg , Western Europe , Europe , Taliban , Afghanistan , United States , Vertreter , Cia , Pakistan , Jihad , Moschee , German Language - General , Government / Politics , Civil Unrest , International / National Security , Diplomacy / Foreign Policy , Military Conflicts

Erschienen 5. Oktober 2010 bei http://www.reuters.com.

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