Erklärbär im Schlafanzug
RA-Blog | 9. Dezember 2007 — Sonntag morgen kurz vor neun. Ich liege im Bett, da klingelt mein Handy. Aus irgendeinem Grund hört es auch nicht mehr auf zu klin…
Auf Welt-Online ist ein Interview mit dem Psychologen Christian Lüdke zu lesen, der ein paar Stunden nach der Tat ein Psychogramm des (geständigen) Täters liefert. Ohne mit ihn gesprochen zu haben, ohne ihn überhaupt zu kennen, allein aufgrund von Informationen, die er aus den Medien gewonnen haben kann.
Psychologe Lüdke:
Aus seinen Äußerungen im Internet wissen wir … Das genau ist Teil seines Plans … Ihn treibt offensichtlich die Vision … Möglicherweise hat er schon frühzeitig erkennen müssen … Er distanziert sich von der Gesellschaft und zieht sich in seine radikale Fantasiewelt zurück. Mit seiner Tat verwandelt er das Gefühl von Ohnmacht in ein kurzeitiges Erleben von Allmacht. Das Gefühl, Herr über Leben und Tod zu sein.
Ich weiß ich, ob ich mich trauen würde, solche küchen-psychologischen Statements in aller Öffentlichkeit abzugeben. Wer auch nur den Hauch einer Ahnung von der Materie hat, über die Herr Lüdke hier spricht, wird wissen, daß diese Zitate (auch wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen sind) unter dem Begriff “Grober Unfug” nur noch ganz schwer zu fassen sind.
Aber Herr Lüdke setzt in diesem Interview noch einen oben drauf. Er stellt auf der Basis dieser Erkenntnisse die Diagnose:
Das ist [...] nur mit einer psychischen Störung zu erklären. Das ist wahnhaft.
Na, gut. Soll er doch schwätzen, was er will. Könnte man sagen. Wenn es nur dabei bliebe! Aber dann überschreitet dieser Experte des offensiven Scheinwissertums auch noch die Grenze zum Hals-ab-Kopf-ab-Alles-ab-Populismus:
Ich würde den Täter komplett von der Öffentlichkeit abschotten und in eine dunkle Zelle sperren. Wer eine solche kaltblütig geplante Tat begeht, hat für immer das Recht verwirkt, an dieser Gesellschaft teilzunehmen.
Erst spricht er – nach einem tiefen Blick in die Kris…
» Vollständiger ArtikelErschienen 25. Juli 2011 auf http://www.kanzlei-hoenig.de.
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Der Psychologe Christian Lüdke glaubt: Anders B. sucht die Öffentlichkeit, um seine Ideen zu verbreiten. Er habe eine wahnhafte Vision.
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