Friede von Jaffa
beck-blog | 21. Februar 2010 — Der Friede von Jaffa beendete am 18. Februar 1229 den Kreuzzug des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II. nach Jerusalem in de…
Vom 25.1. bis 28.1.1077 vollzog der deutsche König und spätere römische Kaiser Heinrich IV. eine Bußhandlung, die wir als Gang nach Canossa kennen.Auseinandersetzung zwischen
Der Grund war die Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst um die Macht im Heiligen römischen Reich. Ein Streitpunkt war die Frage, wer die Bischöfe im Reich benennen darf (Investiturstreit). der Streit war unter anderem dadurch eskaliert, dass Heinrich IV. vom Papst aus der Kirche ausgeschlossen worden war (Kirchenbann). Für Heinrich IV. wurde dies deshalb zum Problem, weil die deutschen Fürsten bereits einen Reichstag nach Augsburg einberufen hatten, auf dem ein Nachfolger gewählt werden sollte. Was genau in diesen Tagen vor der Burg Canossa geschehen ist, weiß man nicht, da es keine unabhängigen Quellen gibt.
Wahrscheinlichste Variante ist, dass König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. vorab in Verhandlungen genau festgelegt hatten, was dort bei ihrer Begegnung zu geschehen hatte. Dass Heinrich IV. barfuß und im Büßerhemd vor der Burg Canossa erschien, war danach aus damaliger Sicht eine gebräuchliche, formalisierte und nicht entwürdigende Bußhandlung. Folgt man dieser Deutung des Geschehens, erkennt man zwei Männer (König und Papst) in einer verfahrenen Situation. König Heinrich IV. war weit gehend seiner innenpolitischen Handlungsfähigkeit beraubt und musste befürchten, dass an seiner Stelle ein neuer König gewählt werde. Umgekehrt konnte Papst Gregor durchaus nicht sicher sein, auf dem Reichstag in Augsburg seine Ziele zu erreichen. Aus dieser Verfahren Situation haben sich die Kontrahenten durch Verhandlungen und eine für beide Seiten tragbare Einigung befreit. Damit wäre der Gang nach Canossa ein Beispiel dafür, dass um die Macht ringende Männer, anders als Stefan Zweig in seiner Biografie "Maria Stuart" schreibt, ihre Auseinandersetzung nicht unbedingt durch Kriegaustragen, sondern auch durch Verhandlungen und Einigung beilegen oder zumindest entschärfen können.
Später ist eine andere Deutung des Geschehens populär geworden, wonach König und Papst nicht vorher verhandelt hatten, vielmehr Heinrich IV. den Bußgang als Zeichen der Unterwerfung unter den Papst unternommen hat. Diese Variante ist für unser Thema Mediation bzw. Verhandlung/Vereinbarung deutlich interessanter. Sie geht nämlich davon aus,…
» Vollständiger ArtikelErschienen 25. Januar 2010 auf http://www.blog.beck.de/blog.
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