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Gammelfleisch in Heinsberg

am 12.09.2006 von http://www.ra-blog.de

AN-Online berichtet über einen Gammelfleisch-Fund in Heinsberg.
Wie der Kreis Heinsberg heute mitteilte, wurden 15 Tonnen überlagerte Lebensmittel, die von Kontrolleuren in einem Heinsberger Tiefkühllager gefunden wurden, vernichtet. Das NRW-Verbraucherschutzministerium hatte im Zusammenhang mit dem Gammelfleischskandal gestern über den Fund berichtet. Der verantwortliche Großhändler beliefert hauptsächlich die Gastronomie.
Der Sprecher des Kreises Heinsberg, Ulrich Hollwitz, gab an, dass das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, die Ware aber nicht verdorben war. Es gebe im Kreis Heinsberg fünf Kühlhäuser, die jährlich 4-6 Mal vom Veterinär- und Lebensmittel-Überwachungsamt kontrolliert würden. Der Großhändler sei bisher nicht aufgefallen.
Focus Online berichtet, der Großhändler habe zugegeben, Lebensmittel nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums billiger verkauft zu haben. Er habe die vorgeschriebene Eigenprüfung vorgenommen und die Unbedenklichkeit der Ware festgestellt.
Der Kölner Stadtanzeiger berichtet im Zusammenhang mit dem Fall über eine Studie des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, der zufolge das Land Nordrhein-Westfalen in der Statistik der Lebensmittelüberwachung den letzten Platz einnimmt. In NRW finden im bundesweiten Vergleich die wenigsten Kontrollen statt.
WDR.de berichtet, es habe sich bei den vernichteten Lebensmitteln um Eis, Backwaren und Fertigmenüs gehandelt, die an Gastronomen zur Weiterverarbeitung verkauft werden sollten. Bei der Prüfung am Freitag und Montag hatten die Lebensmittelkontrolleure zum Teil erheblich überschrittene Mindesthaltbarkeitsdaten festgestellt. Der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums erklärte: “Da gab es sensorische Abweichungen und Gefrierbrand.”
Nachdem NRW-Agrarminister Eckhard Uhlenberg (CDU) am Montag mitgeteilt hatte, die Ware sei nicht in den Verkehr gebracht worden, erklärte Firmeninhaber Arnold Frenken heute, dass ein Teil der Ware (50 Kilogramm) verkauft worden sei: “Das sind aber alles Artikel, die innerhalb einer Karenzzeit waren”. Es soll sich etwa um Paprikastreifen gehandelt haben, die ohnehin lange haltbar seien.
Der Firmeninhaber hatte sich darauf berufen, dass es nicht strafbar sei, Ware mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum zu verkaufen: “Wir stehen unter einem großen wirtschaftlichen Druck.”
Der Gesetzgeber bezieht sich auf seit kurzem abgelaufene Ware, die noch genießbar sein muss. Kranken und Menschen mit geschwächtem Immunsystem wird vom Verzehr dennoch abgeraten.
Ob die Letzteren im Restaurant dann fragen müssen, wie lange ihr Essen abgelaufen ist, bleibt unklar.

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