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Fußball-WM: FIFA-Urteil gegen Frings wirft Fragen auf

am 04.07.2006 von http://www.strafblog.de

In einem Online-Beitrag von Christian Gödecke setzt sich der SPIEGEL mit der gegen den deutschen Fußballnationalspieler Torsten Frings verhängten Sperre wegen einer angeblichen Tätlichkeit gegen den argentinischen Spieler Julio Cruz auseinander und kommt zu dem Ergebnis, dass es sich um ein salomonisches Fehlurteil handele. Der Fußballweltverband sei sich seiner Entscheidung wohl selbst nicht sicher gewesen und habe deshalb eine Regelung getroffen, die im Disziplinarreglement überhaupt nicht vorgesehen sei, nämlich eine Regelsperre von 2 Spielen, von denen die Sperre für das 2. Spiel aber zur Bewährung ausgesetzt wurde. Eine Strafaussetzung zur Bewährung existiert in den Statuten aber gar nicht. Merkwürdig sei auch, dass der Spieler Julio Cruz als Opfer der Körperverletzung nicht angehört worden sei. Die Entscheidung sei allein aufgrund der eindeutigen TV-Bilder getroffen worden.

Von einem Weichspülerurteil und einer Lex Frings ist die Rede, und da der gute Torsten in einem etwaigen Endspiel mit deutscher Beteiligung oder im Spiel um den dritten Platz (wer will das schon hören?) wieder mitkicken dürfte, könnte ich mir vorstellen, dass die jeweiligen Gegner gegen die sie dann benachteiligende Strafaussetzung zur Bewährung protestieren werden.

Zum Schluss ein Zitat aus dem SPIEGEL-Beitrag: Vielleicht war sich der Weltverband seiner Sache am Ende aber auch nur nicht sicher. In diesem Fall hätte jedoch eines der ältesten Rechtsprinzipien zur Anwendung kommen müssen. Im Zweifel für den Angeklagten.

Autor: RA Rainer Pohlen

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