Fünf Deutsche und weitere Touristen in Ägypten entführt

Kairo/Berlin (Reuters) - In Ägypten sind fünf Deutsche gemeinsam mit zehn weiteren ausländischen Touristen und Ägyptern entführt worden.

Die Gruppe werde seit Freitag vermisst, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. "Wir müssen von einer Verschleppung der Deutschen ausgehen." Im Auswärtigen Amt sei ein Krisenstab zusammengetreten, der sich intensiv um eine schnelle Lösung bemühe.

Nach Angaben des ägyptischen Tourismusministeriums gehörten der Gruppe neben den Deutschen fünf Italiener, ein Rumäne und vier Ägypter an. Sie seien in der Nähe der Grenze zum Sudan entführt worden. Über ein Lösegeld werde verhandelt. Das Auswärtige Amt äußerte sich dazu nicht.

Eine Bande maskierter Männer habe die Urlauber verschleppt, sagte Tourismusminister Soheir Garrana zu Reuters. Es sei möglich, dass die Gruppe in den Sudan gebracht worden sei, hieß es zudem in ägyptischen Sicherheitskrisen. Die Touristen seien zuletzt am Sonntagabend in Assuan gesehen worden, das wegen seiner Sehenswürdigkeiten aus pharaonischer Zeit bei Reisenden sehr beliebt ist. Die Urlauber sollten demnach an einer Wüsten-Rallye teilnehmen. Ob sie bereits am Sonntag oder erst am Montag verschleppt wurden, sei nicht klar.

Die Entführung ist die erste ausländischer Touristen in Ägypten seit Jahrzehnten; allerdings haben militante Islamisten in den vergangenen Jahren wiederholt Bombenanschläge verübt und der Tourismusindustrie erheblichen Schaden zugefügt. Zuletzt waren Anschläge auf Touristen im Nil-Tal selten. Dagegen wurden auf der zu Ägypten gehörenden Halbinsel Sinai zwischen 2004 und 2006 mehrere Bombenanschläge auf touristische Ziele verübt, wofür die Regierung radikal-islamische Beduinen verantwortlich machte.



Quelle: Reuters (22. September 2008)

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Themen: Berlin , Kairo

Erschienen 22. September 2008 bei http://www.reuters.com.

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