Früheres RAF-Mitglied Becker bestreitet Buback-Mord
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Berlin (Reuters) - Das ehemalige RAF-Mitglied Verena Becker ist im Zusammenhang mit der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 festgenommen worden.
Becker sei dringend verdächtig, gemeinsam mit anderen Personen bei dem Attentat drei Menschen heimtückisch getötet zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit. Der 57-Jährigen wird zur Last gelegt, als Mittäterin an der Vorbereitung und Durchführung des Anschlags beteiligt gewesen zu sein. Neben Buback starben bei dem Attentat auch dessen Fahrer Wolfgang Göbel und der Justizwachtmeister Georg Wurster. Es gebe allerdings keinen Verdacht, dass sie auch die tödlichen Schüsse am 7. April 1977 abgegeben habe.
Becker wurde den Angaben zufolge bereits am Donnerstag in Berlin festgenommen. Am selben Tag hatte sie laut "Bild"-Zeitung noch gegenüber einem Reporter bestritten, etwas mit dem Mord an Buback zu tun zu haben. Am Freitag sollte sie einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.
Wegen neuer Erkenntnisse zu dem Anschlag hatte die Bundesanwaltschaft vergangene Woche Beckers Wohnung durchsuchen lassen. An einem Bekennerschreiben zum Buback-Mord hatten die Ermittler Speichel mit Beckers DNA gefunden. Schon im April 2008 waren die Ermittlungen gegen Becker wieder aufgenommen worden.
Bislang galten die früheren RAF-Mitglieder Christian Klar, Günter Sonnenberg und Knut Folkerts als Tatbeteiligte. Gegen Becker liefen vor knapp 30 Jahren schon einmal Ermittlungen. Das Verfahren wurde 1980 allerdings eingestellt, weil ihr mit den damaligen Methoden keine Beteiligung nachgewiesen werden konnte.
BUBACK-SOHN ÜBER FESTNAHME ERFREUT
2008 gab es neue Untersuchungen - etwa der Briefumschläge, in denen die Bekennerschreiben verschickt worden waren. Die angewandten molekulargenetischen Verfahren sind erst in jüngerer Zeit kriminaltechnisch möglich geworden. Aufgrund neuer Verdachtsmomente seien schließlich eine Reihe verdeckter Ermittlungsmaßnahmen veranlasst worden, teilte die Anklagebehörde mit. "Dabei wurden Unterlagen sichergestellt, deren Inhalt zusammen mit den bereits bisher vorhandenen Beweismitteln den dringenden Tatverdacht begründet, dass Verena Becker als Mittäterin an dem Anschlag der 'RAF' auf Generalbundesanwalt Buback und dessen Begleiter beteiligt war."
Becker war im Dezember 1977 vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes an sechs Menschen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Am 3. Mai 1977 hatte sie mit Hilfe von Schusswaffen in Singen versucht, sich ihrer Verhaftung zu entziehen. 1989 wurde sie begnadigt.
Der Sohn des vor 32 Jahren getöteten Generalbundesanwalts, Michael Buback, zeigte sich über Beckers Festnahme erfreut. Er sei glücklich, dass der Ermittlungsrichter und die Strafverfolger so energisch gehandelt hätten, sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). Er habe viele Argumente für den dringenden Tatverdacht gegen Becker vorgelegt. Er wünsche sich, dass bei einem Prozess die volle Wahrheit ans Licht komme. Durch die Attentate der "Roten Armee Fraktion" (RAF) starben rund 30 Menschen.
Erschienen 28. August 2009 bei http://www.reuters.com.
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