Fristenprüfung beim Verlängerungsantrag

Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kommt nach § 236 Abs. 2 Satz 2 ZPO von Amts wegen nur dann in Betracht, wenn die unverschuldete Fristversäumung offensichtlich oder innerhalb der Wiedereinsetzungsfrist glaubhaft gemacht ist.

Bei Unterzeichnung seines Gesuchs um Fristverlängerung war der Berufungskläger verpflichtet, den Ablauf der Rechtsmittelbegründungsfrist eigenständig zu prüfen. Dabei hätte er erkennen müssen, dass die Berufungsfrist nicht wie nach früherem Prozessrecht einen Monat nach Ablauf der Berufungsfrist, sondern gemäß § 520 Abs. 2 ZPO nach Ablauf von zwei Monaten seit Zustellung des in vollständiger Form abgefassten Urteils, also am 15. Juni 2010, abgelaufen war. Er hätte deswegen innerhalb eines Monats Tatsachen vortragen müssen, die auch diese Fristversäumung als unverschuldet darstellen. Dem ist die Beklagte auch in der Folgezeit nicht nachgekommen.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 8. Dezember 2010 – XII ZB 334/10

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Themen: Wiedereinsetzung , Bundesgerichtshof , Berliner Testament , Berufungsbegründungsfrist
Rechtsgebiet: Zivilrecht

Erschienen 3. Januar 2011 auf http://www.rechtslupe.de.

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