Friedlicher Vormittag

Zunächst wurde gegen meinem Mandanten wegen Menschenhandels ermittelt. Er stand im Verdacht, in seinem rollenden Puff (Love-Mobil) eine sechzehnjährige Afrikanerin beschäftigt zu haben. Der Strafbefehl lautetete dann noch auf Beihilfe zum illegalen Aufenthalt. Heute war Hauptverhandlung vor einem Amtsgericht in Norddeutschland. Das Mädchen erschien nicht, es hätte also mindestens eines neuen Termines bedurft, das brauchte keiner und die Sache wurde ohne Auflage eingestellt. Aufregender war es hingegen neulich vor dem hiesigen Amtsgericht. Der Mitangeklagte sagte aus, mein Mandant habe sich an der Körpervertletzung nicht beteiligt, er alleine habe den Geschädigten getreten. Dieser konnte nicht viel beitragen, wußte noch, dass er mit meinem Mandanten in Streit geraten sei, dann sei man zu Boden gefallen und er habe von hinten einen Schlag erhalten. Anschließend habe er sein Gesicht geschützt und sei getreten worden, vom Gefühl her von zwei Personen, gesehen habe er es nicht. Ein weiterer Zeuge hatte bei der Polizei mehrfach ausgesagt, er habe nur einen treten gesehen, der andere habe Abseits gestanden. Als nun dieser Zeuge aufgerufen wurde, wolte ich gerade anfangen meine Sachen zusammen zu packen, als er meinte, beide hätten wie die Wilden getreten, da sei er sich heute sicher. Nach Vorhalten, weiteren Zeugenaussagen von Polizeibeamten und erneuter Befragung des Geschä…

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Themen: Amtsgericht , Love , Puff

Erschienen 24. März 2010 auf http://strafverteidigerbericht.beeplog.de.

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