Freier von Zwangsprostituierten sollen in den Knast
am 10.03.2006 von http://www.strafblog.de
Der Unions-dominierte Bundesrat hat sich etwas einfallen lassen: Freier von Zwangsprostituierten sollen zukünftig ins Gefängnis gesteckt werden können. Nach Angaben der RHEINISCHEN POST hat die Länderkammer heute nämlich auf Antrag Bayerns beschlossen, einen entsprechenden Gestzentwurf einzubringen.
Ich zitiere die RP: Danach soll künftig mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden können, wer die Situation von Zwangsprostituierten missbraucht. Vorgesehen ist zudem eine Telefonüberwachung bei allen Straftaten des Menschenhandels. Nach dem Entwurf soll der Strafrahmen für das Verbringen von Kindern in die Prostitution auf zwei bis 15 Jahre erhöht sowie die Strafvorschrift der Förderung der Prostitution wieder eingeführt werden. Zudem soll es eine Kronzeugenregelung für Menschenhandelsdelikte geben und die Möglichkeit geschaffen werden, die Telekommunikation bei allen Straftaten des Menschenhandels zu überwachen.
Anmerkung: Keine Frage, dass zwangsweise sexuelle Ausbeutung strafwürdig ist. Fragt sich aber, wie der Freier erkennen soll, dass es sich um eine Zwangsprostituierte handelt. Vielleicht machen die sich ein Hinweisschild um den Hals? Oder sollte man die Prostitution gleich komplett verbieten?
Autor: RA Rainer Pohlen
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