So ein Ding, in dem alles drinsteht
Strafverfahren - in Koblenz und anderswo | 11. April 2011 — Er habe da so ein Ding erhalten, so ein Schreiben vom Gericht, in dem alles drinstünde, also, wer was gesagt habe und wann verhand…
Da traue ich doch meinen Augen nicht: In einer kleinen Bußgeldsache, in der es um einen Abstandsverstoß ging, hat der Mandant auf meine Anweisung hin geschwiegen. Er hat den ganzen (kurzen) Prozeß nichts gesagt – ich habe statt seiner geredet und auf einige Problematiken hingewiesen. Er ist dann verurteilt worden und das, wie ich finde, überaus hart.
Nun bekomme ich das Urteil zugestellt und stelle mit Entsetzen fest, dass ich wohl bei einem anderen Prozeß war: Zeilenlang wird ausgeführt, was der Mandant alles gesagt haben soll. Wenn man das Urteil für bare Münze nimmt, hat er sich scheinbar den Mund fusselig geredet.
Relativ empört fordere ich die Akte an, um mal einen Blick ins Protokoll zu werfen, damit der Fehler kassiert werden kann, aber auch da heisst es, der Mandant habe zur Sache ausgesagt.
Das ist jetzt wirklich ein Dilemma: Denn wenn im Urteil die Wahrheit stehen würde, könnte das Urteil keinen Bestand haben. Ohne Angaben des Mandanten (dazu, ob er überhaupt der Fahrer war) kann das Urteil nicht so begründet werden, dass es vor dem Oberlandesgericht hält. Nun steht aber das Gegenteil im Urteil drin – frei erfundene Angaben bzw. die, die ich gemacht habe, aber eben nicht der bewußt schweigende Mandant. Die Protokollführerin hat das ganze mit ihrer Unterschrift auch abgesegnet, auch wenn es neben der Unterschrift heißt “Protokoll fertiggestellt am x.y.zzzz (5 Wochen nach dem Termin)”.
Soll heißen: Das Gericht lügt ganz frech und erfindet einfach Angaben des Mandanten. Ich stehe jetzt dumm da un…
» Vollständiger ArtikelStrafverfahren - in Koblenz und anderswo | 11. April 2011 — Er habe da so ein Ding erhalten, so ein Schreiben vom Gericht, in dem alles drinstünde, also, wer was gesagt habe und wann verhand…
Mord ist mein Beruf | 30. August 2007 — Nachdem mein Mandant zweimal nicht zur Hauptverhandlung erschienen war, schien das Gericht , wie die letzten Male auch, unzufri…
Kanzlei und Recht | 8. November 2010 — Mein Mandant war angeklagt worden wegen Angaben, die er einer Polizeibeamtin gegenüber getätigt hatte. Diese hatte seinerzeit e…
Kreuzberger Verkehrsrecht | 29. August 2006 — bleibt er drin. Dem Mandanten wird vorgeworfen, im Oktober 2005 am Zebrastreifen nicht angehalten zu haben, als angeblich ein…
Höchststrafe? | 18. April 2011 — Seinerzeit im spektakulären OJ Simpson-Prozess gab es großes Unverständnis darüber, dass ein Gericht den Angeklagten in der S…
Höchststrafe? | 19. August 2011 — Eine Mandantin wurde “aufgrund ihres vollumfänglichen Geständnisses” verurteilt. Und zwar wegen des vierzigfachen Erwerbs von H…
Strafverfahren - in Koblenz und anderswo | 6. April 2009 — Meinen Mandanten A. vertrete ich seit Jahren. Er ist ein netter, älterer Herr. Gebildet, höflich und leider etwas glücklos beim Au…
Höchststrafe? | 9. November 2011 — Eine Kollegin hat mir ein Urteil rübergeschoben, um eine zweite Meinung für das Rechtsmittelverfahren zu bekommen. Es ging um e…
Höchststrafe? | 11. Januar 2012 — …und das auch in vermeintlich kleinen Sachen. Die guten Karten sahen wie folgt aus: Der Mandant sollte einen Verkehrsverstoß …
Höchststrafe? | 23. Februar 2012 — Eine Bußgeldsache aus dem Straßenverkehr und es geht vergleichsweise schon um etwas. Für gestern war der Termin anberaumt. Vorg…
Im TV tritt er als forscher Staatsanwalt auf - im echten Leben hatte der Anwalt nun selbst Ärger mit der Justiz. In einem Verfahren soll Lucas falsch ausgesagt haben. Doch das Augsburger Landgericht spricht ihn frei.