Wie Ist Ein Rechtsanwaltsbüro Organisiert: Wissensmanagement in der Anwaltskanzlei
Recht & Mediation | 13. August 2009 — Die Fragen des Wissensmanagements rücken immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wie wird Wissensmanagement in der kl…
Das traditionelle anwaltliche Geschäftsmodell geht davon aus, dass der Anwalt Wissen, am besten Spezialwissen, verkauft. Im Bereich der Zeithonorare ist die Wertschöpfung des Anwalts, vereinfacht formuliert formuliert, das Produkt aus aufgewandter Zeit und dem Grad seines Spezialistentums, das seinen Ausdruck in der Höhe seines Stundensatzes findet. In gewissem Umfang haben Anwälte stets Wissen umsonst zur Verfügung gestellt, in Fachbüchern und Aufsätzen beispielsweise, oder in Mandantenrundschreiben und Seminaren. Aber das spezialisierte Wissen scheint immer schneller, immer detaillierter, und immer benutzerfreundlicher zur Verfügung gestellt zu werden. Zwei Beispiele: Wilson Sonsini, eine der anwaltlichen Größen im Silicon Valley, stellt einen "Term Sheet Generator" für Wagnisfinanzierungen ins Netz. Proskauer Rose, eine große US-Kanzlei, veröffentlich im Internet ein Buch über internationales Zivilprozess- und Schiedsverfahrensrecht. Beide Produkte sind weit mehr als nur nette Marketing-Häppchen, sondern professionelle Arbeitsinstrumente. Ein sachkundiger Nutzer, also beispielsweise der Mitarbeiter einer Rechtsabteilung oder eines Venture Capital-Fonds kann damit arbeiten und konkrete Probleme lösen. Mit anderen Worten: Beide Kanzleien geben aufwendig und teuer erarbeitete und aufbereitete Informationen gratis aus der Hand, die sie vor nicht all zu langer Zeit verkauft haben. Auch wenn sie für die Richtigkeit dieser Informationen nicht unmittelbar haften sollten, so stehen sie doch mit ihrer Reputation für sie ein, und aktualisieren die Informationen auch regelmäßig. Bruce Ewen hat das Modell von Proskauer ausführlich dargestellt und geschildert, welcher interne Aufwand hiermit verbunden ist. Patrick Lamb schildert das Modell von Wilson Sonsini, und verknüpft seine Analyse mit einem an Jeff Carr orientierten Modell anwaltlicher Tätigkeit, das vier Kategorien unterscheidet: Inhalte ("content"), Prozesse im Sinne von Arbeitsabläufen ("process"), Bewertung ("judgment") und Interessenvertretung ("advocacy"). Einfach ausgedrückt: Die genannten Beispiele werden als Beleg dafür verstanden, dass die ersten beiden Kategorien zunehmend automatisiert oder industrialisiert werden (Englischsprachige Autoren verwenden den Begriff "commoditization", Stephan Breidenbach verwendet den Begriff der "industriellen Rechtsdienstleistungen" - dazu demnächst mehr.) Die Prognose lautet: Die Inhalte werden zunehmend umsonst zur Verfügung gestellt, der Prozess wird hochgradig automatisiert. Die Wertschöpfung, und der Gewinn des …
» Vollständiger ArtikelErschienen 15. November 2009 auf http://anwaltderzukunft.blogspot.com.
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