Fragen Sie nicht Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater…

Es wird an diversen Stellen, hier, hier und hier, darüber diskutiert, dass Mandanten den Rechtsanwalt scheuen wie das Weihwasser und angeblich zum Steuerberater zuerst gehen.

Das mag gefühlt so sein. Aber deswegen ist es nicht richtig.

Der Steuerberater wird in der Regel von Unternehmern nach allem möglichen gefragt, weil man davon ausgeht, das er schon mal was davon gehört haben könnte. Aber das der Steuerberater tatsächlich dann diese Arbeit ausführt, ist eher zu bezweifeln. Denn der wirklich gute Steuerberater wird seinem Mandanten die beste Beratung zukommen lassen wollen und daher den Besuch beim Anwalt empfehlen. Genauso, wie der gute Anwalt, der keine Ahnung vom Steuerrecht hat, seinen Mandanten einen Besuch beim Steuerberater empfiehlt.

Aber die Unternehmer sind nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, was ist mit den anderen Teilen? Statt nach den Steuerberatern zu schielen, kann der Blick mal noch weiter über den Tellerand gerichtet werden.

Notare: Sie schreiben in ihre Verträge, dass sie über Gott und die Welt nicht (!) belehrt haben. Bei einer UG-Gründung bestand der Vertrag aus 1,5 Seiten Satzung und 5 (!) Seiten Belehrung. Aber wenn es dann zu Komplikationen kommt, berichten Mandanten, der Notar habe gesagt, es falle keine Steuer an oder was auch immer würde schon nicht passieren. Da es dazu nichts schriftliches gibt, und die lange Belehrungsliste an der Urkunde pappt, ist der Notar fein raus.

Autounfall: Geht der Geschädigte zuerst zum Anwalt? Eher nicht. Wenn es gut geht, fährt er in die Werkstatt, die ruft dann ihren Lieblingsgutachter usw. Und nur, wenn die Versicherung nicht zahlt, wird dann dem Geschädigten geraten, mal einen Anwalt aufzusuc…

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Themen: Rechtsanwalt , Vertrag , Steuerberater , J. Schöne
Rechtsgebiet: Berufsrecht

Erschienen 7. Juli 2011 auf http://www.r24.de.

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