Foltermord-Prozess: Verlobte steht zum Angeklagten
Im Würzburger Schwurgerichtsprozess um den grausamen Foltermord an einer 73-jährigen Rentnerin aus Volkach (Kreis Kitzingen) hat die
Verlobte des Angeklagten das Tatopfer am Dienstag in keinem guten Licht dargestellt. „Sie war den ganzen Tag nur am Keifen, es war
grausam“, sagte die 44-jährige Schreinerin im Zeugenstand.
Wie mehrfach berichtet, muss sich ein 51-jähriger Maschinenbauer wegen Mord und Vergewaltigung verantworten, weil er seine
Stiefmutter im Keller des gemeinsamen Volkacher Wohnhauses gefesselt, stundenlang gefoltert und dann zerstückelt haben soll. Die
44-jährige Schreinermeisterin kennt den Angeklagten so gut wie sonst niemand: Seit 28 Jahren sind die beiden ein Paar. Mit den
leiblichen Eltern ihres Freundes hatte die 44-Jährige ein gutes Verhältnis. Erst als die Mutter des Angeklagten verstorben war und
sein Vater das spätere Mordopfer heiratete, kam es zu großen Spannungen in dem gemeinsam bewohnten Anwesen in Volkach. Die beiden
Frauen konnten sich offenbar von Anfang an nicht leiden. Die Verlobte des Angeklagten gibt zu, die 73-Jährige gehasst zu haben: „Ich
hätte sie am liebsten verprügelt.“
Dass ihr Verlobter die verhasste Stiefmutter vergewaltigt, brutal gefoltert und getötet haben soll, kann sich die Frau bis heute kaum
vorstellen. Der 51-Jährige sei ruhig, besonnen, sehr kreativ und intelligent: „Er ist nicht gewalttätig.“ Dass es auch in der
jahrzehntelangen Beziehung mit ihm öfter kriselte, gab die Schreinermeisterin erst auf mehrfaches Nachfragen von Oberstaatsanwalt
Erik Ohlenschlager preis.
Vor sieben bis acht Jahren habe sie im gemeinsamen Kleiderschrank versteckt Sex-Spielzeug und Frauenkleider gefunden. Seitdem ging
sie davon aus, dass ihr Freund mit anderen Frauen schlief. Ob sie von seiner Vorliebe für Sado-Masochismus etwas mitbekommen hat,
blieb den zahlreichen Prozess-Beobachtern a…
» Vollständiger Artikel