Foltermord-Prozess dauert länger

Im Prozess um den grausamen Foltermord an einer Rentnerin aus Volkach (Kreis Kitzingen) wird das Urteil nun doch erst im Herbst gesprochen. Kurz vor Absachluss der Beweisaufnahme stellte der Verteidiger des 51-jährigen Angeklagten, Rechtsanwalt Norman Jacob aus Würzburg, am Donnerstag Beweisanträge, denen das Schwurgericht nachgehen wird. Der Vorsitzende Richter Rainer Gündert hat alle Beteiligten gebeten, ihre freien Termine bis Mitte Oktober mitzuteilen.

Eigentlich sollte gestern Psychiater Professor Dr. Martin Krupinski von der Universität Würzburg sein mit Spannung erwartetes Gutachten über den Stiefsohn des Mordopfers erstatten. Noch mehr grauenhafte Details der Folterungen der 73-jährigen Frau als beim rechtsmedizinischen Gutachten seien dabei zu erwarten, hatte Krupinski die vier Söhne der Rentnerin, die den kompletten Prozess als Nebenkläger begleiten, im Vorfeld gewarnt. Zur Enttäuschung der Menschen aus Volkach im gut gefüllten Zuschauerraum kam es anders: Verteidiger Norman Jacob beantragte unter anderem, als Ergänzung zu den Ausführungen der Rechtsmediziner vom vergangenen Montag einen neurologischen Sachverständigen zu befragen.

Wie mehrfach berichtet, muss sich der Angeklagte wegen Mord und Vergewaltigung seiner Stiefmutter verantworten. Laut Anklage soll er die 73-Jährige Anfang April 2006 im Keller des gemeinsam bewohnten Hauses in Volkach gefesselt, gefoltert, sexuell missbraucht und anschließend getötet und zerstückelt haben. Der Angeklagte hat ein Teilgeständnis abgelegt und eine andere Version der Tat geschildert. Demnach hat er seine verhasste Stiefmutter im Streit so heftig geschlagen, dass sie mit dem Kopf auf den Kellerboden aufschlug. Er habe keinen Puls mehr bei der 73-Jährigen festgestellt und sie für tot gehalten, gab der Maschinenbauer zu Protokoll. Erst danach will er den Körper der Frau sadistisch gefoltert und zerstückelt haben, um der Stiefmutter „all das Leid der letzten Jahre“ zurückzugeben.

Dr. Thomas Tatschner und Professor Dr. Dieter Pat…

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Erschienen 27. Juli 2007 auf http://www.woetzel-online.info/.

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