FOKUS1-Gasversorger stellen für 2009 sinkende Preise in Aussicht

Düsseldorf (Reuters) - Nach den massiven Preiserhöhungen in den vergangenen Wochen können die Verbraucher in Deutschland 2009 auf niedrigere Gastarife hoffen.

Vertreter der Gaswirtschaft stellten am Mittwoch Preissenkungen für den Fall eines dauerhaft niedrigen Ölpreises in Aussicht. Die Gaspreise in Deutschland sind mit einer Verzögerung von rund einem halben Jahr an den Ölpreis gekoppelt. Dieser befindet sich seit Wochen im Sturzflug. Dass die Verbraucher noch in der laufenden Heizperiode von den Versorgern deutlich weniger zur Kasse gebeten werden, ist allerdings fraglich.

"Wenn die Ölpreise langfristig sinken und sich dies bei den Beschaffungskosten der Versorger niederschlägt, sind Preissenkungen beim Gas im nächsten Jahr möglich", erklärte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Ölpreisbindung der Gaspreise sei keine Einbahnstraße, sagte der stellvertretende BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand. Auf einen Zeitpunkt für mögliche Preissenkungen legte er sich allerdings nicht fest.

"Wenn die Ölpreise auf dem derzeitigen Niveau bleiben oder weiter sinken, werden wir die Preise im Frühjahr 2009 senken", sagte ein Sprecher der Vertriebstochter des größten deutschen Energiekonzerns E.ON. Ein Sprecher von RWE Energy betonte ebenfalls, dass Gas im kommenden Jahr billiger werden könne. Der Ölpreis war in der ersten Jahreshälfte deutlich angestiegen und hatte im Sommer einen Rekordwert von fast 150 Dollar je Fass erreicht. Damit hatten die Versorger ihre Preiserhöhungen begründet. Inzwischen hat der Ölpreis aber deutlich nachgegeben. Am Mittwoch verbilligte sich der Preis für ein Barrel der in Europa führenden Nordseesorte Brent um 2,60 Dollar auf 67,14 Dollar.

WEITERE ERHÖHUNGEN ANGEKÜNDIGT

RWE hatte zum 1. September und 1. Oktober die Tarife um bis zu 27 Prozent erhöht. E.ON-Kunden müssen ab Dezember bis zu zwölf Prozent mehr bezahlen. Nach einer Erhebung des Verbraucherportals verivox.de haben allein zum 1. Oktober 329 der rund 750 Gasversorger in Deutschland ihre Preise um durchschnittlich 15 Prozent angezogen. Für einen Durchschnittshaushalt bedeute dies eine jährliche Mehrbelastung von 213 Euro. Zum 1. November und 1. Dezember wollten weitere 75 Versorger ihre Tarife um durchschnittlich zwölf Prozent anheben. Seit Anfang 2005 hätten sich die durchschnittlichen Kosten für Gaskunden in Deutschland um über 40 Prozent erhöht.

Zwischendurch gab es allerdings auch Tarifsenkungen, so etwa im Jahr 2007. "Wir haben bislang keine Anzeichen für signifikante Preissenkungen", sagte ein verivox-Sprecher. Damit sei frühestens Anfang 2009 zu rechnen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hatte die Gasversorger zur Mäßigung aufgerufen. "Wer heute die Erdgaspreise erhöht, wird sie übermorgen auch wieder senken müssen", hatte er gesagt. Er werde sehr genau beobachten, ob es Unternehmen geben werde, die Preissenkungen nicht weitergäben.



Quelle: Reuters (22. Oktober 2008)

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Themen: Deutschland , Gasversorger

Erschienen 22. Oktober 2008 bei http://www.reuters.com.

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