Sozius braucht Fahrer
Handakte WebLAWg | 25. Mai 2006 — Wird ein gut verdienender Sozius einer aus sechs Anwälten bestehenden Kanzlei mit 146 statt zulässigen 100 km/h geblitzt, kann …
Ein Rechtsanwalt, der Sozius einer größeren Anwaltskanzlei ist, hatte es am 20. April 2005 besonders eilig. Der bis dahin straßenverkehrsrechtlich nicht in Erscheinung getretene Kollege wurde mit einer zu seinen Gunsten auf 141 km/h heruntergerechneten Geschwindigkeit geblitzt, obwohl er an der betreffenden Stelle nur 100 km/h hätte fahren dürfen. Die Folge: Eine Geldbuße von 100 und ein Monat Regelfahrverbot. Mit seinem Einspruch gegen den Bußgeldbescheid wandte sich der Anwalt gegen das Fahrverbot. Dieses stelle eine unverhältnismäßige Härte für ihn dar, weil er der einzige in seiner Sozietät tätige Familienrechtler sei und mit dem Pkw zu seinen Gerichtsterminen fahren müsse. Das Amtsgericht Lüdinghausen war der Ansicht, dem Anwalt, der monatlich zwischen 4.000 und 5.000 netto verdiene, sei zuzumuten, während des Fahrverbotes entweder einen Mitarbeiter seiner Kanzlei als Fahrer einzusetzen oder für die Dauer des Fahrverbotes einen Chauffeur einzustellen. Eine Gefährdung seiner persönlichen oder beruflichen Existenz sei hierdurch nicht zu erwarten. Es lehnte es daher ab, von einer Fahrverbotsanordnung abzusehen und statt dessen das Bußgeld zu erhöhen. Anmerkung: Anscheinend war es dem Kollegen nicht möglich, das Fahrverbot in seine Urlaubszeit zu verschieben. Er gab bei Gericht jedenfalls an, in den letzten 3 bis 4 Jahren nie mehr als 10 Tage Urlaub am Stück gemacht zu haben. Vielleicht hat er jetzt die Motivation dazu!!?? Autor: RA Oliver Maier Kanzlei POHLEN + MEISTER
Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.Erschienen 20. März 2006 auf http://www.strafblog.de.
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