Finger weg von Limited
am 04.07.2008 von http://www.rechthaber.com
Auch im Wirtschaftsleben gibt es Modewellen. Zwischen 2003 und 2007 hielten es etliche „Unternehmer“ für chic und clever, statt einer deutschen GmbH eine ausländische Kapitalgesellschaft zu gründen, konkret meist eine englische Private Limited Company (auch Limited, Ltd. oder PLC genannt), manchmal auch eine Gesellschaft nach belgischem oder holländischem Recht. Mehr oder weniger seriöse Anbieter versenden noch heute Werbeprospekte, in denen sie die „unschlagbaren Vorteile“ einer Limited im Vergleich zur angeblich teureren und schwerfälligeren GmbH preisen. Die Gründungskosten lägen „unter 300 Euro“, man könne sich auf ein Haftungskapital von nur einem englischen Pfund (1,50 Euro) beschränken (statt der für die GmbH nötigen 25.000 Euro) und man hafte auf diesem Weg nicht mehr mit seinem Privatvermögen. In Wahrheit ist die Limited für einen deutschen Existenzgründer keine sinnvolle Alternative; diese „englische GmbH“ hat viel mehr Nachteile als Vorteile.
Auslöser für den Limited-Boom waren Urteile des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), insbesondere die „Inspire Art Ltd.“-Entscheidung vom 30.09.2003, in denen das Gericht klarstellte, dass eine ausländische Kapitalgesellschaft in Deutschland auch dann mit allen Rechten und Pflichten anzuerkennen ist, wenn ihr Hauptverwaltungssitz nicht im Gründungsland selbst (hier konkret England), sondern in Deutschland liegt. Das Europarecht gestattet also ausdrücklich, dass eine Gesellschaftsform nach englischem Recht sowohl ihren Hauptsitz in Deutschland hat als auch ihre Geschäftstätigkeit hier entwickelt; es genügt also – etwas überspitzt – ein Briefkasten in England, alles andere kann in Deutschland stattfinden. Kommerzielle Anbieter haben sich rasch auf das Geschäft mit ausländischen Kapitalgesellschaften gestürzt. Das neue Geschäftsfeld kam ihnen wie gerufen, weil zur gleichen Zeit durch ein …
Rechtsform Limited
Handakte WebLAWg / Der von Gründungsagenturen angeheizte Gründungs-Boom mit englischen “Limited”-Gesellschaften hält in Deutschland ungebrochen an. Gezielt gefilterte Infos auf den Websites der Limited-Vermittler lassen die Herzen der Gründer höher sch…
OLG Hamburg: Zustellung an Limited & Wirkung der DENIC-Nennung
Kanzlei Dr. Bahr: Recht der Neuen Medien / Das OLG Hamburg (Beschl. v. 06.09.2005 - Az.: 5 W 71/05) hatte über die Wirksamkeit einer Zustellung einer einstweiligen Verfügung an eine englische Limited zu entscheiden.Der Hauptsitz der Limited war in England. Für die streitgegenständliche Do…
Limited oder Persongesellschaft?
Handakte WebLAWg / Stehen Sie vor der Entscheidung, ob Sie eine Personengesellschaft oder aber eine Kapitalgesellschaft wie GmbH oder Limited gründen? Dann sollten Sie dabei auch die steuerlichen Folgen und den Aufwand für die Rechnungslegung bedenken. Wir vergleiche…
Limited muss Zustellung an eine deutsche Adresse dulden
ElbeBlawg / Ein ausländisches Unternehmen (etwa eine englische Limited) muss sich den durch sein Verhalten gesetzten Rechtsschein einer zustellungsfähigen Geschäftsanschrift in Deutschland zurechnen lassen. Dies gilt auch dann, wenn unter der betr…
Die neue GmbH: nur Vorteile?
Rechthaber / Ein seltenes Ereignis steht an: Die Politik hat eine Gesetzesreform beschlossen - und (fast) alle sind begeistert. Die GmbH - angekündigt für 1.11.2008 - wird schlanker, schneller und billiger. Existenzgründer starten mit einem Euro St…
Risiken bei Existenzgründung in Form einer Limited
Streitsache / Blog / Nicht selten werden Existenzgründer durch Werbung entsprechender Anbieter aufgefordert, die vermeintlichen Vorteile einer ausländischen Kapitalgesellschaft - insbesondere der englischen Limited - gegenüber den deutschen Gesellschaftsfo…
