Finanzen großer Krankenkassen verschlechtern sich zum Halbjahr

Berlin (Reuters) - Steigende Ausgaben für Arzneimittel, Arzthonorare und Krankenhausbehandlungen machen den gesetzlichen Krankenkassen zunehmend zu schaffen.

Bei den drei größten Kassen Techniker (TK), Barmer und DAK verschlechterte sich die Finanzsituation deutlich, wie aus Reuters vorliegenden Zahlen vom Montag hervorgeht. Nach einem Plus im ersten Quartal fuhren Barmer und DAK zum Halbjahr ein Minus von 29 beziehungsweise 35,7 Millionen Euro ein. Die Barmer hatte im ersten Quartal noch ein Plus von 18 Millionen und die DAK von 52 Millionen Euro eingefahren.

Die Techniker Krankenkasse als größte bundesweite Kasse liegt mit 33 Millionen Euro zwar weiter in den schwarzen Zahlen, im ersten Quartal hatte ihr Überschuss aber noch 53 Millionen Euro betragen. Das Plus der KKH Allianz sank von 44 Millionen auf 30 Millionen Euro. Die Zahlen der übrigen Kassen - darunter Orts-, Betriebs- und Innungskrankenkassen - werden in den nächsten Wochen erwartet.

Vor allem die steigenden Ausgaben für Arzneimittel bereiten den Managern Kopfzerbrechen. Bei der DAK wuchsen sie in den ersten sechs Monaten nach Angaben eines Sprechers um 6,1 Prozent. Die Ausgaben für ärztliche Behandlungen kletterten unter anderem als Folge der neuen Honorierung um 6,7 Prozent und für Klinikaufenthalte um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Im Jahresverlauf kommen bei den Kassen noch die Kosten für die Impfung gegen die Schweinegrippe hinzu.

Insgesamt hatten die knapp 200 Kassen in den ersten drei Monaten ein Plus von 1,1 Milliarden Euro eingefahren. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte betont, für die Erhebung von Zusatzbeiträgen bestehe daher kein Grund. Die Kassen hatten hingegen nach Veröffentlichung der Zahlen vor voreiligen Rückschlüssen auf die Finanzentwicklung im Jahresverlauf gewarnt.

Vertreter verwiesen am Montag darauf, dass die Kassen mit Einführung des Gesundheitsfonds jeden Monat die gleiche Summe zugewiesen bekämen. In früheren Jahren schlossen sie dagegen das erste Quartal meist mit einem Defizit ab, das dann vor allem im vierten Quartal durch Einmalzahlungen an die Arbeitnehmer und Bundeszuschüsse wieder wettgemacht wurde.

Während der Fonds den Kassen über seine Zuweisungen pro Monat verlässliche Einnahmen garantiert, für die zur Not der Bund mit einem Darlehen gerade steht, sind die Kassen für ihre Ausgaben allein verantwortlich. Einsparmöglichkeiten ergeben sich etwa durch Rabattverträge mit Pharmafirmen.



Quelle: Reuters (17. August 2009)

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Themen: Berlin , Germany , Allianz , Krankenkassen , Krankenkasse , Arzneimittel , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Health And Medicine , Labour; Employment; Unemployment , Financials , TK , Dak , Kasse , Ulla Schmidt , Macro-economics , Insurance (industry Group) , Healthcare , Healthcare Services , Pharmaceuticals (sub-industry) , Pharmaceuticals And Biotechnology , Kkh

Erschienen 17. August 2009 bei http://www.reuters.com.

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