Filesharing: Richterliche Anordnung nach § 101 Abs. 9 UrhG überflüssig?

Der BGH hat in seinem Urteil zur Haftung des Betreibers eines privaten W-LAN-Routers beiläufig die Ansicht vertreten, dass IP-Adressen Bestandsdaten und keine Verkehrsdaten sein sollen. Abgesehen davon, dass diese Ansicht mit Blick auf das Fernmeldegeheimnis des Art. 10 GG höchst problematisch ist, würde dies dazu führen, dass die Rechteinhaber zur Geltendmachung ihres Auskunftsanspruchs nach § 101 Abs. 2 UrhG nicht mehr auf gerichtliche Hilfe nach § 101 Abs. 9 UrhG angewiesen wären. Hierauf weist ein Artikel von gulli hin. Die Vorschrift, die eigentlich nur zu diesem Zweck geschaffen worden ist, wäre damit letztlich überflüssig. Denn eine richterliche Anordnung ist nach § 101 Abs. 9 UrhG nur dann erforderlich, wenn die Auskunft nur unter Verwendung von Verkehrsdaten erteilt werden kann.Auskunft über Bestandsdaten könnte man demgegenüber direkt beim Provider verlangen.

Das Bundesverfassungsgericht geht in der Hauptsacheentscheidung und der Eilentscheidung zur Vorratsdatenspeicherung allerdings davon …

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Bgh , Filesharing , Bundesverfassungsgericht , Tkg , Vorratsdatenspeicherung , Auskunft , Fernmeldegeheimnis , Verkehrsdaten , W-lan

Erschienen 9. Juni 2010 auf http://www.internet-law.de/.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Hebelt das WLAN-Urteil des BGH § 101 Abs. 9 UrhG aus?

hb-law.de | 8. Juni 2010 — Möglicherweise hat der BGH in seinem Urteil vom 12.05.2010 - AZ I RZ 121/08 - ein weiteres Ei ins Nest gelegt. So berichtet der…

Hebelt das WLAN-Urteil des BGH § 101 Abs. 9 UrhG aus?

hb-law.de | 8. Juni 2010 — Möglicherweise hat der BGH in seinem Urteil vom 12.05.2010 - AZ I RZ 121/08 - ein weiteres Ei ins Nest gelegt. So berichtet der…

OLG Frankfurt a.M.: Wenn IP-Adresse von Filesharer ohne richterliche Anordnung herausgegeben wird, gilt Beweisverwertungsverbot

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 22. September 2009 — OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 01.07.2008, Az. 11 U 52/07 §§ 1004, 823 Abs. 1 BGB; § 97 UrhG; § 286 ZPO; § 100g StPO Das OL…

Beschluss Gerichtskosten Urhg Bielefeld: LG Bielefeld: Zum vorläufigen Verbot und der Löschung von Verkehrsdaten gemäß § 101 Abs. 9 UrhG und dessen Streitwert / Filesharin…

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 6. November 2009 — LG Bielefeld, Beschluss vom 21.10.2009, Az. 4 OH 628/09 § 101 Abs. 9 UrhG, §§ 30 Abs. 1, 31 Abs. 1 KostO Das LG Bielefeld h…

LG Hamburg: Keine Verpflichtung des Providers, Verkehrsdaten für künftige Rechtsverletzungen zu bevorraten / Filesharing

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 6. Dezember 2010 — LG Hamburg, Urteil vom 20.10.2010, Az. 308 O 320/10 § 101 Abs. 2 iVm Abs. 9 UrhG Das LG Hamburg hat entschieden, dass kei…

OLG München: Auskunftsverlangen wegen des Verdachts illegalen Filesharings in mehreren Fällen löst lediglich einmalig Gerichtskost…

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 18. November 2010 — OLG München, Beschluss vom 27.09.2010, Az. 11 W 1894/10 § 101 Abs. 9 UrhG; § 128 e KostO Das OLG München hat entschieden, d…

IP-Adresse als Bestandsdatum bei nur einem Upload zum Sharehoster?

netzrecht.org | 13. September 2011 — Die Differenzierung zwischen Bestands- und Verkehrsdaten bei einem Auskunftsanspruch gegen einen Internet-Provider ist relativ …

Datenspeicherung Provider: LG Hamburg: Datenspeicherung "auf Zuruf"

DLA Piper Technology and Sourcing Blog | 20. Oktober 2009 — Das Landgericht Hamburg (u.a. 11.03.2009, Az. 308 O 75/09 - nicht rechtskräftig) hat wiederholt die Verpflichtung eines Acces…

OLG Frankfurt: Keine Pflicht zur Datenspeicherung "auf Zuruf"

DLA Piper Technology and Sourcing Blog | 29. Dezember 2009 — Aus § 101 Abs. 9 UrhG ergibt sich nach Ansicht des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (12.11.2009, Az. 11 W 41/09) für Access…

OLG Köln: Gegenstandswert im Verfahren über richterliche Anordnungen nach § 101 Abs. 9 UrhG - Für das Antragsverfahren nach § 101 …

MEDIEN INTERNET und RECHT | 31. Oktober 2008 — 1. Für das Antragsverfahren nach § 101 Abs. 9 UrhG ist im Allgemeinen der Regelwert von 3.000,00 EUR (§ 30 Abs. 2 KostO) zu Grunde…

gulli.com - news - BGH hebelt zivilrechtlichen Auskunftsanspruch aus

Das Urteil des Bundesgerichtshofs zur Störerhaftung bei offenem WLAN scheint einen bitteren Nachgeschmack zu haben. Offenbar wurde der zivilrechtliche Auskunftsanspruch vollumfänglich ausgehebelt. Datenabfragen gibt es ab sofort ohne Richterbeschluss.